Verzeichnis-Blockade
Wenn ich versuche, unter MS-DOS 6.22 einen Verzeichnisbaum in ein anderes Verzeichnis umzukopieren, erhalte ich manchmal die Fehlermeldung `kann Verzeichnis nicht erstellen´. Dasselbe passiert auch oft, wenn ich ein gezipptes Backup auf einem anderen Rechner in ein Unterverzeichnis zu entpacken versuche. Auspacken oder Kopieren ins Wurzelverzeichnis funktioniert jedoch immer.
- Dr. Harald Bögeholz
Wenn ich versuche, unter MS-DOS 6.22 einen Verzeichnisbaum in ein anderes Verzeichnis umzukopieren, erhalte ich manchmal die Fehlermeldung `kann Verzeichnis nicht erstellen´. Dasselbe passiert auch oft, wenn ich ein gezipptes Backup auf einem anderen Rechner in ein Unterverzeichnis zu entpacken versuche. Auspacken oder Kopieren ins Wurzelverzeichnis funktioniert jedoch immer.
Wenn Sie zu viele Unterverzeichnisse ineinander schachteln, stoßen Sie irgendwann an die maximale Pfadlänge Ihres Betriebssystems. Unter DOS 6.22 darf der Pfad zu einer Datei maximal 64 Zeichen lang sein, wobei die Backslashes (`\´), nicht jedoch der Laufwerksbuchstabe, mitzählen. Wenn man sich auf einbuchstabige Verzeichnisnamen beschränkt, kann man somit maximal 32 Verzeichnisse ineinander schachteln, bei längeren Namen entsprechend weniger.
Windows 95 vermag mit langen Dateinamen umzugehen und läßt auch längere Pfade zu. Ein Dateiname darf inklusive Pfad bis zu 256 Zeichen lang sein. Diese Beschränkung ist jedoch an verschiedenen Stellen in Windows 95 unterschiedlich implementiert. Auf der Befehlszeile gelingt es, Verzeichnisse mit einer Pfadlänge von bis zu 244 Zeichen anzulegen, so daß gerade noch Platz für einen klassischen `8-Punkt-3-Dateinamen´ bleibt. Der Explorer schluckt gar bis zu 252 Zeichen lange Namen anstandslos. Man kann sogar einen längeren Namen vergeben - ein so umbenannter Ordner läßt sich jedoch innerhalb des Explorers nicht mehr anfassen (siehe Abbildung).
| [[bild_url1] | Bei zu langen Pfadnamen verweigert Windows 95 den Zugriff. |
Es empfiehlt sich daher, bei den Pfadlängen einen gesunden `Sicherheitsabstand´ zum Maximum einzuhalten, denn die tatsächliche Grenze liegt je nach Programm verschieden hoch. Dasselbe gilt übrigens auch für OS/2 - bis zu 256 Zeichen sind hier theoretisch zulässig. Wer nach wie vor mit DOS auf seine Partitionen oder Disketten zugreifen möchte, tut gut daran, sich auf 64 Zeichen lange Pfade zu beschränken.(bo) (bo)