Partition größer als Festplatte

Bei dem Versuch, mit dem Programm Partition Magic die Partitionierung meiner Festplatte zu ändern, erhalte ich die Fehlermeldung, daß die letzte Partition über das Ende der Festplatte `herausragt´.

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Von
  • Dr. Harald Bögeholz

Bei dem Versuch, mit dem Programm Partition Magic die Partitionierung meiner Festplatte zu ändern, erhalte ich die Fehlermeldung, daß die letzte Partition über das Ende der Festplatte `herausragt´.

Das kann vorkommen, wenn man die Platte mit einem anderen Betriebssystem als DOS, beispielsweise Linux, partitioniert. Die Ursache hierfür liegt in einem Fehler des EIDE-BIOS: Es meldet die Kapazität der Platte falsch, nämlich um einen Zylinder zu niedrig. Von den 30 Pentium-Motherboards, die in c't 12/96 im Test waren, meldete nur ein einziges die korrekte Kapazität, nämlich das Siemens D969 mit Phoenix-BIOS. Wenn Sie ein BIOS von Award oder AMI haben, hat es daher mit hoher Wahrscheinlichkeit diesen Fehler.

Unter DOS ist das normalerweise nicht schlimm - Sie verlieren lediglich einen Zylinder, also je nach Mapping (abhängig von der Plattengröße) bis zu 4 MByte. Linux kümmert sich dagegen nicht um das BIOS und spricht die Platte direkt an. Es läßt sich daher eine Partition anlegen, die bis zum wirklichen Ende der Festplatte reicht. Aus der Sicht von Partition Magic, das das BIOS benutzt, ist sie damit um einen Zylinder zu groß.

Um das Utility dennoch zur Zusammenarbeit zu bewegen, ist es am sichersten, die letzte Partition zu löschen und sie - um einen Zylinder verkürzt - neu anzulegen. Dabei gehen natürlich die Daten dieser Partition verloren.

Mutige verkleinern die überlange Partition vorübergehend mit einem Diskeditor um einen Zylinder. Mit Partition Magic können Sie dann alle anderen Partitionen bearbeiten und anschließend für die letzte Partition wieder mit dem Diskeditor die richtige Größe eintragen. Vorsicht: Auf keinen Fall auf die so verkleinerte Partition zugreifen oder sie gar mit Partition Magic bearbeiten! Durch die falsche Größenangabe wären die Daten in Gefahr. Schließlich gibt es noch eine dritte Möglichkeit: Abwarten, bis der Boardhersteller ein fehlerbereinigtes BIOS-Update bereitstellt. (bo) (bo)