Booten von Wechselplatte
Ich setze den Bootmanager von OS/2 Warp ein und möchte gerne von einer SCSI-Wechselplatte booten. Fdisk zeigt die gewünschte Platte jedoch überhaupt nicht an, so daß ich die Partition nicht ins Menü des Bootmanagers aufnehmen kann.
- Dr. Harald Bögeholz
Ich setze den Bootmanager von OS/2 Warp ein und möchte gerne von einer SCSI-Wechselplatte booten. Fdisk zeigt die gewünschte Platte jedoch überhaupt nicht an, so daß ich die Partition nicht ins Menü des Bootmanagers aufnehmen kann.
Der OS/2-Bootmanager unterstützt eigentlich keine Wechselplatten. Viele SCSI-Hostadapter können eine Wechselplatte jedoch beim Booten wie eine Festplatte einbinden und über das BIOS bereitstellen. Bei Adaptec-Hostadaptern gibt es für diesen Fall im Konfigurationsprogramm eine entsprechende Einstellung. Beim 2940UW heißt sie beispielsweise `support removable disks as BIOS fixed disks´. Die Hostadapter von NCR beziehungsweise Symbios Logic binden Wechselplatten automatisch als Festplatten ein, wenn beim Booten ein Medium eingelegt ist.
Ob die BIOS-Unterstützung funktioniert, können Sie am einfachsten unter DOS testen: Wenn Fdisk die Wechselplatte als Festplatte anzeigt, ist diese Voraussetzung erfüllt. Das Fdisk-Programm von OS/2 wird sie jedoch erst einmal nicht anzeigen, da OS/2 eigene SCSI-Treiber nutzt und das BIOS umgeht.
Um Fdisk zu überlisten, müssen Sie OS/2 ohne SCSI-Treiber von Disketten booten. Auf einer Kopie der Diskette 1 entfernen Sie dazu aus der Config.sys den Treiber für Ihren SCSI-Adapter (für Adaptec 2940 beispielsweise AIC7870.ADD), es schadet aber auch nicht, gleich sämtliche SCSI-Treiber zu entfernen. Stellen Sie sicher, daß statt dessen die Anweisung BASEDEV=IBMINT13.I13 in der Config.sys steht und sich der Treiber IBMINT13.I13 auf der Diskette befindet. Mit diesem Treiber greift OS/2 über das BIOS auf die Festplatten zu und erkennt so auch die Wechselplatte als Festplatte. Jetzt läßt sie sich mit OS/2-Fdisk in das Menü des Bootmanagers aufnehmen.
Wenn Sie mit dieser Bastellösung OS/2 auf Wechselplatte installieren, verzichten Sie damit allerdings auf den SCSI-Treiber; CD-ROM-Laufwerke und sonstige Gerätschaften am SCSI-Bus können Sie dann nicht mehr ansprechen. Demgegenüber ließ sich eine Linux-Partition (mit LILO im Bootsektor des Wechselmediums) mit dieser Methode erfolgreich von Wechselplatte booten.
Eine Warnung zum Schluß: Wenn Sie Ihre Wechselplatte per BIOS als Festplatte einbinden, sollten Sie tunlichst darauf achten, im laufenden Betrieb nicht das Medium zu wechseln. Die Folgen können je nach Betriebssystem unterschiedlich sein. DOS pflegt nach einem Medienwechsel gerne die FAT des alten auf das neue Medium zu schreiben, was in der Regel auf beiden Medien zu Datenverlusten führt. (bo) (bo)