RAM-Aufrüstung klappt nicht
Aufgrund der niedrigen RAM-Preise hielt ich eine Speicheraufrüstung meines PC mit 100-MHz-486 für die preisgünstigste Methode, die Geschwindigkeit für Windows NT zu erhöhen. Seit ich aber das vorhandene RAM durch vier 16-MByte-SIMMs ersetzt habe, läuft der Rechner instabil. Meistens ist er schon nach einer Stunde abgestürzt. Die RAMs sind schnell genug, und laut Handbuch unterstützt das Motherboard 16-MByte-SIMMs.
- Andreas Stiller
Aufgrund der niedrigen RAM-Preise hielt ich eine Speicheraufrüstung meines PC mit 100-MHz-486 für die preisgünstigste Methode, die Geschwindigkeit für Windows NT zu erhöhen. Seit ich aber das vorhandene RAM durch vier 16-MByte-SIMMs ersetzt habe, läuft der Rechner instabil. Meistens ist er schon nach einer Stunde abgestürzt. Die RAMs sind schnell genug, und laut Handbuch unterstützt das Motherboard 16-MByte-SIMMs.
Es ist nie auszuschließen, daß man mal ein kaputtes oder minderwertiges RAM-Modul erwischt. Um das zu klären, sollten Sie zunächst nur mit jeweils einem oder zwei Modulen (manche 486-Boards laufen erst mit zweien) im Wechsel ausprobieren, ob die Fehler weiterhin auftreten. Auch der Cache kann an dem instabilen Betrieb schuld sein. Schalten Sie mal im ROM-Setup den externen (L2-)Cache ab, um das herauszufinden.
Typischerweise aber sind solche sporadischen Abstürze die Anzeichen für ein Refresh-Problem. Als Ihr 486-Board entwickelt wurde, gab es vermutlich noch keine 16-MByte-SIMMs mit 2K oder gar 4K Refreshzyklen, weshalb sich im Handbuch dazu auch keine Anmerkungen finden. Die meisten 486-Chipsätze können 16-MByte-SIMMs nur mit dem seinerzeit üblichen 1K-Refresh bedienen, während man heute meistens Module mit 2K-Refresh verkauft bekommt, gelegentlich sogar schon mit 4K-Refresh.
Manchmal kann eine Änderung der Refresh-Art im Setup (auf `concurrent´ oder `hidden´ oder `CAS before RAS´ Refresh) für Abhilfe sorgen. Doch wenn´s nicht klappt und Sie folglich `falsche´ RAMs gekauft haben, bleibt Ihnen nur der Umtausch oder der Weiterverkauf an Besitzer modernerer PCs.
Ganz allgemein gilt die Devise: Je älter Ihr PC und je größer die Kapazität der nachzurüstenden SIMMs, desto höher die Gefahr, daß die Aufrüstung schiefgeht. Viele 486-PCs tun sich beispielsweise schon mit sogenannten zweiseitigen 8-MByte-SIMMs schwer (nachzulesen in `Mehr Speicher braucht das Land´, c't 11/95, S.354 ff.).
Ferner kann auch die interne Organisation der auf den SIMMs benutzten RAM-Chips in Verbindung mit dem benötigten Refresh auch Pentium-Chipsätze überfordern. Mercury, Neptun aber auch Triton arbeiten mit einigen modernen 16-MBit-DRAMs nicht zusammen - schon gar nicht mit möglicherweise auf den Markt kommenden 64-MBit-DRAMs (etwa 16-MByte-Module mit nur zwei 64-MBit-Chips). Ebenso verkraften viele Boards eine Nachrüstung dann nicht, wenn dabei RAM-Module mit unterschiedlichen Eigenschaften (Refresh, Organisation) kombiniert werden. Wer daher einen größeren RAM-Nachschlag plant, sollte sich bereits im Vorfeld genau über die möglichen Tücken informieren. Im Artikel `SIMMsalabim´ (c't 7/96, S. 158 ff.) beispielsweise finden Sie unter anderem auch eine Übersicht über die auf heutigen SIMMs verbauten RAM-Chips und darüber, welche Chipsätze mit welchen RAMs zurechtkommen. (as) (as)