EGA-Monitor betreiben
Ich habe kürzlich einen EGA-Farbmonitor geschenkt bekommen, den ich gern an einem etwas älteren Zweitrechner betreiben möchte. Ich kenne aber dessen technische Daten nicht und scheue mich, ihn einfach so an eine VGA-Karte anzuschließen.
- Detlef Grell
Ich habe kürzlich einen EGA-Farbmonitor geschenkt bekommen, den ich gern an einem etwas älteren Zweitrechner betreiben möchte. Ich kenne aber dessen technische Daten nicht und scheue mich, ihn einfach so an eine VGA-Karte anzuschließen.
An einer heute handelsüblichen VGA-Karte können Sie einen EGA-Monitor auf keinen Fall betreiben. Ein EGA-Monitor ist ein reiner Zwei-Frequenz-Monitor, der nur mit den Zeilenfrequenzen für CGA (15 kHz) und EGA (21 kHz) zurechtkommt. Heutige VGA-Karten jedoch können zum einen keine Zeilenfrequenzen unterhalb 31 kHz generieren. Darüber hinaus brauchen EGA-Monitore digitale Farbinformationen (2 Bits = Leitungen pro Farbe, also R, R´, B, B´, G, G´), während VGA-Karten auf drei RGB-Leitungen analoge Signalpegel liefern, um Farbabstufungen herzustellen.
Idealerweise betreibt man einen EGA-Monitor also an einer EGA-Karte (640 × 350 Pixel). Findet man keine EGA-Karte mehr im Secondhandshop, kann eine spezielle Gattung alter VGA-Karten als Ersatz dienen: Einige VGA-Karten der ersten Generation, die nicht von IBM stammten, konnten noch die echten EGA-Signale erzeugen. Man erkennt sie daran, daß sie neben der 15poligen VGA-Buchse zusätzlich eine 9polige RGB-Buchse haben - doch Vorsicht: Die zweite Buchse ist nur eine notwendige Bedingung, sie ist nicht hinreichend. Das heißt, es gab auch VGA-Karten, die über die 9polige Buchse nur die VGA-Signale führten, weil viele Multifrequenz-Monitore nur mit 9poligen Buchsen respektive Kabeln ausgeliefert wurden. Man ersparte damit dem Kunden lediglich den Kabel-Adapter.
Neben der Allrounder-Karte ATI-Wonder, die so ziemlich jedes Monitor-Timing erzeugen konnte, gab es auch Karten mit Tsengs ET3000 oder Tridents TVGA8800, von denen einige EGA-Timing ermöglichten. Sollten Sie derartige Karten noch auftreiben können, so achten Sie in jedem Fall darauf, daß Sie sie mit Dokumentation bekommen, denn sonst sind sie völlig wertlos: Bei den VGAs läßt sich nur anhand der Doku erkennen, ob sie echtes EGA-Timing erzeugen können. Bei EGA und VGA brauchen Sie die Doku, um die diversen Jumper und DIL-Schalter auf diesen Karten für die Modus- und Monitor-Einstellung zu setzen. (gr) (gr)