Spannende Digicam-Neuheiten von Minolta
Minolta hat heute gleich drei neue Digitalkameras vorgestellt: Das runderneuerte Flaggschiff DiMAGE A1, die Superzoomkamera DiMAGE Z1 und das Einsteigermodell E323.
- Dr. Klaus Peeck
Minolta hat heute gleich drei neue Digitalkameras vorgestellt. Das runderneuerte Flaggschiff DiMAGE A1 tritt dabei die Nachfolge der DiMAGE 7Hi an. Durch den Einsatz eines LiIon-Akkus konnte die Kamera ein wenig kleiner ausfallen, sie behielt aber den "Spiegelreflex-Look" bei und kommt ganz in schwarz. Auch das 7fach-Zoomobjektiv mit manueller Brennweitenwahl und echter 28-mm-Weitwinkelposition (bezogen auf das KB-Format) ist dasselbe geblieben. Ebenso misst der 5-Megapixel-CCD-Sensor löblicherweise weiterhin 2/3 Zoll, er arbeitet nun aber im "Progressive-Scan"-Modus und kann damit schnelle Bewegungen schärfer festhalten und Belichtungszeiten bis 1/16.000 Sekunde realisieren. Bei Langzeitaufnahmen, die nun bis 30 s möglich sind, kann wahlweise eine "Dark frame subtraction" zur Rauschunterdrückung aktiviert werden -- was die Aufnahmedauer pro Bild auf mehr als das Doppelte verlängert.
Flaggschiff mit Bildstabilisierung
Minolta hat für die DiMAGE A1 eine neue mechanische Bildstabilisierung entwickelt: An Stelle von verschiebbar angebrachten Linsenelementen innerhalb des Objektivs, wie sie bei den optischen Stabilisierungssystemen von Sony, Olympus oder Panasonic genutzt wurden (oder werden), hängt Minolta den CCD-Sensor beweglich auf und lenkt ihn mit Elektromotoren entgegen den Wackelbewegungen des Fotografen aus. So kommt der Hersteller ohne grundlegende konstruktive Änderungen an der Optik aus und will gegenüber unstabilisierten Systemen bis zu 3 Blendenstufen längere Belichtungen herausholen. Rein elektronische Stabilisierungssysteme, wie sie heute bei den meisten Consumer-Camcordern üblich sind, scheiden wegen der hohen zu verarbeitenden Datenmenge aus. Die A/D-Wandlung übernimmt künftig ein 14-Bit-Wandlerchip.
Die Fokussierung erfolgt künftig über 11 AF-Sensoren mit zentralem Kreuzsensor, die im Sinne des "Area"-Systems auch dreidimensionale Bewegungen des Fotoobjektes verfolgen können. Durch schnellere Bildverarbeitungs-Chips soll sich die Autofokus-Geschwindigkeit erheblich erhöht haben. Gleichzeitig gibt der Hersteller einen spürbar verminderten Energiebedarf an, der im Kombination mit dem neuen LiIon-Akkublock längere Standzeiten gewähren soll. Freunde des Mignonakkus können als Sonderzubehör einen Funktionshandgriff kaufen, der sechs Mignonzellen oder zwei Akkublöcke aufnehmen kann. Externe Blitzgeräte können über den Minolta-spezifischen Blitzschuh oder an die neue Studioblitz-Synchronbuchse angeschlossen werden.
Der TFT-Monitor zur Bildkontrolle soll nach Minolta-Angaben einen weiteren Farb- und Dichteumfang und einen größeren Sichtwinkel besitzen und kann ein Echtzeit-Histogramm anzeigen. Außerdem ist er jetzt nach Olympus-E-Klassen-Vorbild in einer Achse vertikal nach oben und unten schwenkbar. Der elektronische Sucher hat einen großen Auflösungssprung getan: 235.000 Pixel kann er jetzt anzeigen; beim Vorgängermodell war es nicht einmal ein Drittel. Der Sucher kann weiterhin bis 90 Grad aufgestellt werden.
Auch die Bedienung zeigt sich optimiert. Es gibt nun zwei Funktionswahlräder, davon eines an der linken Gehäuseseite, und eine 4-Wege-Wippe mit Eingabebutton auf der Rückseite. Das ehemals gewöhnungsbedürftige Handling mit der Notwendigkeit, häufig mehrere Tasten und Regler gleichzeitig zu betätigen, wurde damit entschärft. Zur Datenspeicherung dienen nach wie vor CompactFlash-Karten vom Typ I oder II, einschließlich Microdrive. Die Kamera unterstützt FAT32, sodass auch Speicherkarten jenseits der 2-GByte-Grenze einsetzbar sind. Leider erfolgt die PC-Anbindung nur nach dem langsamen USB-1.1-Protokoll. Die Kamera soll noch im August auf den Markt kommen und dann 1300 Euro kosten.
Superzoom mit Spiegelsucher
Dem Trend zu Superzoomkameras folgt Minolta mit der neuen DiMAGE Z1. Die an die hauseigene Designstudie "Electro-Zoom X" von 1968 erinnernde Kamera besitzt ein unstabilisiertes 10fach-Zoom mit 38 -- 380 mm Brennweite (bezogen auf das KB-Format) und Super-Makrofähigkeit bis 4 cm Objektabstand. Über einen 0,75fach-Konverter erreicht auch die Z1 den 28-mm-Weitwinkel-Bereich und endet dann bei 280 mm. Der CCD-Sensor liefert 3 Megapixel Auflösung und muss ohne Progressive-Scan-Funktion und mit einer Sensorfläche von 1/2,7" auskommen.
Die DiMAGE Z1 wird mit einem Hybrid-Autofokussystem ausgestattet, das mit einem zusätzlichen passiven Autofokus-Sensor arbeitet und die Entfernungsmessung des CCD-Sensors unterstützt. Dadurch sollen besonders kurze Fokuszeiten und eine schnelle Fokus-Nachführung möglich werden. Zur Bildbetrachtung dient der rückseitige TFT-Monitor mit 113.000 Pixel Auflösung, den Minolta auch als elektronischen Sucher nutzt: Per Umschalthebel betrachtet man das Monitorbild über einen Sucher-Einblick. Der große Datenpuffer der Kamera erlaubt eine neue "progressive Aufnahmefunktion", bei der in der Serienbildfunktion nach dem Loslassen des Auslösers die letzten zehn Bilder auf die Speicherkarte geschrieben werden. Als Speichertyp kommen SD-Cards zum Einsatz.
Die Videofunktion der Z1 nimmt Videoclips bis zum VGA-Format und mit einer Bildwiederholrate von 15 oder 30 fps auf. Durch eine elektronische Bildverstärkung sollen mit der "Nachtfilmfunktion" auch Farbvideos bei wenig Licht möglich sein. Im Fotobetrieb bietet die Kamera eine automatische Motivprogrammwahl an. Dabei soll sie die vorliegende Szene analysieren und das passendste der fünf Motivprogramme (Portrait, Sport/Action, Landschaft, Sonnenuntergang oder Nachtportrait) automatisch aktivieren. Alternativ ist natürlich auch eine manuelle Programmwahl möglich, und ebenso stehen ein Standard-Programm, Zeit- und Blendenvorwahl und die vollmanuelle Belichtungseinstellung zur Verfügung. Die Z1 wird von 4 Mignonzellen mit Energie versorgt, soll im September auf den Markt kommen und 460 Euro kosten.
Im Bereich der kompakten Digicams stellt Minolta das Einsteigermodell E323 vor -- im gemäßigten "Retro-look" und mit wenig aufregenden Eckwerten: 3 Megapixel CCD, 3fach-Zoom (36 – 108 mm KB-Brennweite), Belichtung über Programmautomatik oder sieben Motivprogramme, Weißabgleich automatisch oder über vier Festwerte und Videoclips bis QVGA-Format bei 15 fps über 45 Sekunden. Der TFT-Monitor löst nur rund 85.000 Pixel auf, die Energie stammt aus zwei Mignonzellen und gespeichert wird auf SD-Cards. Die einfache Kamera für den schnellen Fotospaß soll schon im Laufe des Augusts für 350 Euro über die Theken gehen. (jk)