DPI-Rechnereien

Ich besitze einen Drucker mit 720 × 720 dpi (Dots per Inch) und möchte mir einen dazu passenden Scanner kaufen. Welche Auflösung in dpi sollte der Scanner am besten haben, damit das gescannte Bild vom Drucker bestmöglich wiedergegeben wird? Außerdem habe ich festgestellt, daß das gedruckte Bild viel weniger Detailschärfe bietet als das mit gleicher Auflösung gescannte Bild. Woran liegt das?

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Ich besitze einen Drucker mit 720 × 720 dpi (Dots per Inch) und möchte mir einen dazu passenden Scanner kaufen. Welche Auflösung in dpi sollte der Scanner am besten haben, damit das gescannte Bild vom Drucker bestmöglich wiedergegeben wird? Außerdem habe ich festgestellt, daß das gedruckte Bild viel weniger Detailschärfe bietet als das mit gleicher Auflösung gescannte Bild. Woran liegt das?

Der Scanner `sieht´ jedes Pixel in Echtfarben, er liefert also 24 Bit Farbdaten pro Pixel. Dem Drucker dagegen stehen meist nur vier Grundfarben (Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz) zur Verfügung. Daraus muß er den gewünschten Farbton zusammenmischen, indem er mehrere Pixel übereinander oder ganz dicht nebeneinander setzt. Diese Methode nennt man `Rasterung´; sie funktioniert, weil die vielen kleinen Pünktchen des Druckers im Auge des Betrachters zu einem farbigen Fleck verschwimmen. Jedes dieser Pünktchen ist so klein, wie es die maximale Auflösung des Druckers erlaubt. Während ein Scanner-Pixel bei 300 dpi Scanauflösung den vollen Farbumfang transportiert, braucht der Drucker mehrere Pixel von je 300 dpi Auflösung, um den vom Scanner vorgegebenen Farbwert zu erzeugen - die sichtbare Detailauflösung und die Schärfe nehmen ab.

Eine einfache Formel zur Ermittlung der Scanauflösung (dpi des Scanners multipliziert mit einem geheimnisvollen Faktor ergibt die dpi des Druckers) gibt es nicht. Beispiel: Die meisten in dieser Zeitschrift gedruckten Fotos wurden mit etwa 300 dpi eingescannt. Die Druckmaschine dagegen arbeitet bei einem Schwarzweiß-Bild mit einer Auflösung von 2540 dpi; diese Pünktchen sind aber entweder schwarz (Farbe) oder weiß (keine Farbe). Um 256 verschiedene Graustufen wiederzugeben, treten pro vom Scanner gelieferten Bildpunkt (Rasterpunkt) 256 Druckpixel zusammen, die entweder schwarz oder weiß ausfallen; ein Mittelgrau beispielsweise besteht aus 128 schwarzen Pixeln und ebenso vielen weißen Pünktchen. Eine Fläche von 256 Pixeln setzt eine Fläche aus 16 mal 16 Pixeln voraus, daher bleiben von den 2540 dpi nur 2540 geteilt durch 16 gleich 158,75 dpi übrig. Die Farbwiedergabe funktioniert mit drei zusätzlichen Farben (Cyan, Magenta, Yellow), die zusammen die gewünschte Farbe durch Rasterung erzeugen.

Nach einer solchen Rechnung würde für den genannten Drucker (720 × 720 dpi) eine Scanauflösung von 45 dpi reichen - wenn nicht die Tintenstrahldrucker mit ausgefeilten Tricks und einer völlig anderen Rastertechnik eine optisch wesentlich höhere Auflösung realisieren würden. Anstelle der kreisförmigen `Zusammenballungen´ der Druckpixel zeigt ein Tintenstrahlausdruck sehr komplexe Strukturen, die sowohl feine Details abbilden als auch den erwünschten Farbton zusammenmischen.

Daher gilt für Tintenstrahldrucker: Für normale Fotos, die man unvergrößert drucken möchte, kommt man mit einer Scanauflösung von 300 dpi aus. Wenn das Bild sehr viele, extrem feine Details enthält, kann es Sinn machen, den Scanner mit 600 dpi arbeiten zu lassen. (uh) (uh)