Maximal spannende Dynamik
Richard Buckminster Fuller war seiner Zeit voraus. Er war nur ein Träumer sagen andere. Die Wahrheit liegt in der Mitte. Städte im Einklang mit der Natur und fliegende Autos waren Fullers zentrale Träume. Ein erster Schritt in diese Richtung sollte das Dymaxion-Auto werden
- Bernd Kichhahn
Richard Buckminster Fuller war seiner Zeit voraus. Er war nur ein Träumer, sagen andere. Die Wahrheit liegt in der Mitte.
„Wenn ich alles davon für Eiscreme ausgeben will, dann ist das so, und es werden keine Fragen gestellt.“
Maximal spannende Dynamik (3 Bilder)

Diesen Satz schleuderte Richard Buckminster Fuller einer Investorin entgegen. Anna Dale Biddle spendierte ihm Zu Beginn der 1930er Jahre die damals stolze Summe von 1000 Dollar, damit Fuller seinen Traum vom Dymaxion-Auto verwirklichen konnte. Mit diesem Satz wollte Fuller klarstellen, dass er sich nicht in seine Arbeit reinreden lassen werde.
Dabei hätte er Rat gebrauchen können. Der Name des Fahrzeugs war ein Kunstwort aus „Dynamik“, „Tension“ und „Maximum“. Genau genommen versteckte sich dahinter eine neue Welt, die Fuller entworfen hatte. Städte im Einklang mit der Natur und fliegende Autos waren das zentrale Thema. Ein erster Schritt in diese Richtung sollte das Dymaxion-Auto werden.
Zwei Vorderräder und ein Hinterrad sorgten dafür, dass der Wagen quasi auf der Stelle wenden konnte. In einer Zeit, in der die meisten Autos im Rückwärtsgang aerodynamischer waren als im Vorwärtsgang, war die windschlüpfige Tropfenform der Zeit weit voraus.
Bei Probefahrten verbrauchte der Wagen außerdem halb so viel wie gängige Modelle, fuhr aber deutlich schneller. Fuller wurde so euphorisch, dass er 1933 sogar Ford den Kampf ansagte und von einer Jahresproduktion von bis zu 100.000 Stück schwadronierte.
Diese Euphorie endete jäh, als Francis Turner, damals ein berühmter Rennfahrer, im Prototypen des Dymaxion tödlich verunglückte. Zwar war es wohl ein Fahrfehler, doch die Presse stürzte sich auf das „Freak Car“.
Fuller, der nie ein wirklicher Autonarr, sondern mehr ein Visionär war, kehrte dem Projekt den Rücken und entwickelte unter anderem eine geodätische Kuppel. Also eine Kugel, die aus Dreiecken besteht. Für die Weltausstellung in Montreal 1967 brachte er eine ganze Biosphäre in solch einer Kuppel unter. (fpi)