Nordamerika: Streamingdienste dominieren Internet-Traffic, Bittorrent verliert
Der Siegeszug von Netflix & Co. lässt den Traffic des Peer-to-Peer-Protokolls Bittorrent in Nordamerika weiter zurückgehen. Das ist jedenfalls das Ergebnis einer Studie des US-Konzerns Sandvine, der Daten von Internetprovidern ausgewertet hat.
(Bild: dpa, Monique WĂĽstenhagen)
In Nordamerika entfällt zu Spitzenzeiten der Internetnutzung inzwischen 65 Prozent des Traffics auf Audio- und Videostreaming, während Bittorrent dann für weniger als 5 Prozent verantwortlich ist. Das zumindest hat der kanadische Netztechnikanbieter Sandvine für seinen jüngsten Bericht Global Internet Phenomena ermittelt. Unangefochtener Spitzenreiter ist demnach Netflix. Der Videostreaming-Anbieter sei zu Spitzenzeiten für 37 Prozent des Downstreams verantwortlich. Youtube komme gleichzeitig auf 18 und Amazon Video auf 3 Prozent. Lediglich beim Upstream liege Bittorrent noch in Führung, mit 29 Prozent.
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Bittorrent verliert an Bedeutung
Der RĂĽckgang von Bittorrent beim gesamten Traffic setze sich damit weiter fort, so Sandvine. Noch im Vorjahr habe er im gleichen Zeitraum 7 Prozent des Datenverkehrs ausgemacht, Anfang des Jahrtausends hatte er noch bei 60 Prozent gelegen. Beim mobilen Datenverkehr, den das Unternehmen getrennt zu dem ĂĽber FestnetzanschlĂĽssen ausgewertet hat, liegt demnach Youtube mit 20 Prozent des Traffics in FĂĽhrung, vor Facebook (16 Prozent). Hier landet der US-Audiostreamingdienst Pandora mit knapp 4 Prozent vor Netflix 3 Prozent.
Für die Studie hat das Unternehmen auch den Internet-Traffic in anderen Weltregionen ausgewertet. Zu den interessantesten Ergebnissen hier gehört, dass auf Facebook – mit seinen Diensten WhatsApp und Instagram – 25 Prozent des mobilen Datenverkehrs im Nahen Osten entfällt. In Afrika landet Blackberry beim Gesamt-Traffic auf dem dritten Platz, hinter nicht näher erläuterten HTTP-Verbindungen und WhatsApp. Die Daten stammen von Service-Providern, mit Hunderten Millionen Kunden und werde anonym gesammelt, versichert das Unternehmen.
Twitch in Europas Top Ten
Im September hatte Sandvine Zahlen für Europa herausgegeben, wo Netflix demnach noch annähernd nicht die gleiche Bedeutung hat, sondern auf dem sechsten Platz liegt. Hier landet Bittorrent in Spitzenzeiten demnach mit 8 Prozent auf Platz 3 beim gesamten Traffic über Festnetzverbindungen, hinter Youtube (22 Prozent) und sonstigen HTTP-Verbindungen (15 Prozent). Beim Downstream allein habe es erstmals der Spielestreamingdienst Twitch knapp in die Top 10 geschafft, mit 2 Prozent des Traffics. (mho)