Vierfarbdruck mit Office
Ich habe eine farbige Broschüre mit einem Standard-Textverarbeitungsprogramm entworfen und möchte sie nun in einer Druckerei fertigen lassen. Dort sagt man mir aber, daß die Daten so nicht verwendbar sind: man brauche CMYK-Farbauszüge.
- Jörn Loviscach
Ich habe eine farbige Broschüre mit einem Standard-Textverarbeitungsprogramm entworfen und möchte sie nun in einer Druckerei fertigen lassen. Dort sagt man mir aber, daß die Daten so nicht verwendbar sind: man brauche CMYK-Farbauszüge.
Die meisten Anwendungsprogramme legen Farben im RGB-Modell an (Rot, GrĂĽn, Blau). FĂĽr den Massendruck erwartet man dagegen, daĂź der Designer seine Farben exakt angibt: als Mischung der vier Druck-Grundfarben Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz. Nur bessere Grafik- und Layout-Programme beherrschen dieses CMYK-Farbmodell.
Eine einfache, wenn auch speicherintensive Lösung zur CMYK-Ausgabe mit Office-Programmen besteht darin, jede Seite als RGB-Bilddatei mit 600 dpi oder mehr auf der Festplatte abzulegen und diese dann mit einem Bildbearbeitungsprogramm wie Paintshop Pro 5.0 in das CMYK-Modell zu wandeln.
Um die Seiten als Bilddateien zu schreiben, kann man Spezialsoftware wie Xenographics SuperPrint einsetzen (129 Mark bei Softline, Oberkirch, Tel. 0 78 02/9 24-2 22, http://www.softline.de). Alternativ schreibt jeder PostScript-Druckertreiber die Seiten wahlweise als Datei auf die Festplatte; diese kann man mit GSview (http://www.cs.wisc.edu/~ghost/) in Bitmap-Bilddateien verwandeln. Macintosh-Anwender schreiben Bilddateien mit Hilfe des Pseudo-Druckertreibers Print2Pict (Shareware, 10 US-Dollar, ftp://sunsite.cnlab-switch.ch/mirror/info-mac/prn/print-2-pict-371.hqx oder auf der c't-Shareware-CD 1/98) auf die Festplatte.
In den gespeicherten Dateien landen die Texte in derselben Form wie die Bilder - als Pixelmuster. Im Druck werden Buchstaben dadurch genauso in Rastermuster aufgelöst wie Grafiken. Das verringert die Lesbarkeit. Auch die Wandlung von RGB nach CMYK geschieht ohne Unterscheidung zwischen Bildern und Texten. Deshalb erzielt diese Lösung keine perfekten Resultate: Die dunkelsten Stellen in Bildern sollten mit 96 Prozent Schwarz und mindestens 50 Prozent von Cyan, Magenta und Gelb eingefärbt sein, denn nur so läßt sich sattes Schwarz erzielen. Umgekehrt sollte schwarzer Text aber nur mit der schwarzen Druckfarbe gedruckt werden, nicht zusätzlich mit Cyan, Magenta und Gelb - denn sonst zeigen sich bunte Farbsäume an den Buchstabenrändern. Diese korrekte Farbseparation können Sie allerdings nur mit professioneller DTP-Software erreichen. (jl) ()