Clinton will nächste Mobilfunkgeneration forcieren

Bislang hinken die USA bei der nächsten Mobilfunkgeneration Europa und Japan hinterher; nun will der scheidende US-Präsident Bill Clinton die amerikanische Entwicklung offensichtlich beschleunigen.

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Von
  • JĂĽrgen Kuri

Der scheidende US-Präsident Bill Clinton will offensichtlich die Entwicklung des Mobilfunks der dritten Generation in den USA noch ein bisschen beschleunigen. In Europa sind in vielen Ländern die Lizenzen für UMTS bereits vergeben oder die entsprechenden Vergabeverfahren kurz vor dem Abschluss; die ersten Netze der nächsten Mobilfunkgeneration sollen in Japan bereits 2001, in Europa 2002 an den Start gehen. In den USA dagegen sind bislang nicht einmal die Frequenzen festgelegt, auf denen die so genannten 3G Wireless Services betrieben werden sollen – angesichts beispielsweise der Belegung der bislang dafür vorgesehenen Bänder durch TV-Sender befürchten manche Beobachter schon einen Fehlstart für den neuen Mobilfunk in den USA. Außerdem benutzen einige Regierungsbehörden Frequenzen, die in anderen Ländern für die neuen Mobilfunknetze zur Verfügung stehen.

In einer Anweisung, die Clinton am vergangenen Freitag unterschrieb, verpflichtet der US-Präsident die beteiligten Behörden nun auf einen für das bisherige amerikanische Vorgehen überraschend engen Zeitplan, der allerdings den Plänen in Europa und Japan immer noch hinterherhinkt. Die für die Frequenzen zuständige Federal Communications Comission (FCC) muss danach spätestens bis zum 30. September 2002 alle Frequenzen für die neue Mobilfunkgeneration versteigern. Die dafür notwendigen Bänder soll das US-Handelsministerium bis zum 20. Oktober dieses Jahres ausweisen und zusammen mit der FCC einen Zwischenbericht über den Stand bis zum 15. November vorlegen.

Die Regeln für die Vergabe der Lizenzen und den Betrieb der Netze soll die FCC nach der Anweisung bis zum Juli 2001 festlegen. Dazu gehört unter anderem, dass laut Clinton Regierungsbehörden mit der FCC und der Industrie zusammenarbeiten müssen, um festzulegen, wie bislang benutze Frequenzen entweder durch "Neuzuweisung, gemeinsame Nutzung oder Weiterentwicklung existierender Systeme" für den neuen Mobilfunk genutzt werden könnten. Das Handelsministerium und die FCC sollen zudem eine gemeinsame Anstrengung von Regierung und Industrie leiten, um zu entscheiden, wie die USA "den 3G-Standards, die die World Radio Commission dieses Jahr akzeptiert hat, entsprechen" könne. Die Regierung und die entsprechenden Behörden müssten aber eine neutrale Position gegenüber bestimmten Mobilfunk-Techniken einnehmen, betonte Clinton.

William Kennard, Chef der FCC, begrüßte in einer ersten Erklärung bereits die Festlegungen von Clinton: "Wir erkennen an, dass zukünftige Generationen von Mobilfunkdiensten von uns erfordern, ausreichende Frequenzspektren verfügbar zu machen." Er sei erfreut, dass die Regierung "dieser wichtigen Angelegenheit hohe Priorität gegeben" habe, meinte Kennard. (jk)