Stuttgart startet Offensive gegen Luftschadstoffe
Stuttgart ist die Bundeshauptstadt der schlechten Luft. Nun will die Kommune Feinstaub-Alarm ausrufen. Ziel: Die Leute sollen freiwillig vom Auto auf Bus und Bahn umsteigen
Neue Wege im Kampf gegen die Luftschadstoffe in Stuttgart: Wenn eine Überschreitung der Grenzwerte droht, will die Landeshauptstadt ab dem 11. Januar Feinstaub-Alarm ausrufen. Bei Feinstaub-Alarm soll demnach künftig im Radio oder auf Anzeigetafeln am Straßenrand entsprechend gewarnt werden.
(Bild: h/A Archiv)
Die Bevölkerung soll durch die entsprechenden Hinweise aufgefordert werden, freiwillig ihr Auto stehen zu lassen und auf den Nahverkehr umzusteigen. Gleichfalls soll mit den in Mode gekommen zusätzlichen Holzöfen nicht geheizt werden. Mit den freiwilligen Maßnahmen soll der Ausstoß der Luftschadstoffe signifikant gesenkt werden.
Bisher wirkte kaum etwas gegen die hohen Werte an Feinstaub und Stickstoffdioxid in Stuttgart. Die Kommune ist die Hauptstadt der schlechten Luft. Eine Sprecherin des Verkehrsministerium sagte, es werde zum ersten Mal diese Sorte von Sensibilisierung ausprobiert. „Die Sensibilisierung an bestimmten Tage kann anders wirken, weil so die notwendige Präsenz des Themas in Medien und öffentlichem Raum hergestellt werden kann.“ Daher würden die Beteiligten weder wissen, ob und wie stark die Menschen reagierten und wie sie reagierten.
Bundesweit bekannt ist die Stuttgarter Messstation am Neckartor. Hier ist der EU-Grenzwert von 50 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft in den letzten Jahren regelmäßig überschritten worden. Erlaubt sind 35 Verstöße im Jahr. In Deutschland hat derzeit nur diese Messstation den Grenzwert bereits überschritten. Auch die Stickstoffdioxidwerte sind regelmäßig zu hoch. Der Bundesverband der Pneumologen wies darauf hin, dass eine hohe dauerhafte Feinstaubbelastung zu Erkrankungen führen kann.
Michael Barczok, Mitglied des Bundesvorstands sagte, es gebe einige Studien zum Feinstaubrisiko. „Feinstaub kann zu einem erhöhten Risiko von Herzinfarkt oder Hirnschlag führen. „Auch das Passivrauchen birgt ein erhöhtes Feinstaubrisiko.“ Bei Feinstaubalarm seien Tempolimits oder auch Fahrverbote für besonders feinstauberzeugende Autos sinnvoll.
(dpa) (fpi)