Fehler durch Videokompression

Wenn ich aus einem 3D-Rendering-Programm wie Cinepak per Kompressor AVI-Videos erzeuge, sind die Bilder von kleinen Störungen übersät. Nun habe ich mal die AVI-Berechnung im unkomprimierten Modus durchgeführt - das Ergebnis ist für mich verblüffend: keine Störungen mehr (dafür volle Platten ...). Daraus ergeben sich für mich folgende Fragen: - Ist Kompression für gute Ergebnisse hinderlich? - Muß/sollte man also für professionelle Ergebnisse aufs Komprimieren verzichten?

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Von
  • Jörn Loviscach

Wenn ich aus einem 3D-Rendering-Programm wie Cinepak per Kompressor AVI-Videos erzeuge, sind die Bilder von kleinen Störungen übersät. Nun habe ich mal die AVI-Berechnung im unkomprimierten Modus durchgeführt - das Ergebnis ist für mich verblüffend: keine Störungen mehr (dafür volle Platten ...). Daraus ergeben sich für mich folgende Fragen: - Ist Kompression für gute Ergebnisse hinderlich? - Muß/sollte man also für professionelle Ergebnisse aufs Komprimieren verzichten?

Manche Computeranimationen werden tatsächlich zu einem großen Teil ohne Kompression gespeichert und bearbeitet. Das setzt aber Hardware zu sechsstelligen Preisen voraus. Gängige Windows- und Macintosh-Rechner bewältigen Video in Fernsehauflösung mit 25 Vollbildern pro Sekunde hingegen nur dann, wenn die Daten komprimiert abgespeichert sind. Die Menge unkomprimierter Videodaten liegt bei 20 MByte pro Sekunde - was handelsübliche Festplattensysteme überfordert. Deshalb komprimiert man die Daten beim Speichern und dekomprimiert sie wieder zur Darstellung auf dem Monitor.

Um die Datenmenge nennenswert zu verkleinern (typischerweise auf 4 MByte pro Sekunde), muß Videokompression verlustbehaftet erfolgen: Die Videodaten können dann nicht mehr Bit für Bit wiederhergestellt werden; der Unterschied zwischen Original und komprimierter Version ist aber bei den aktuellen Kompressionsverfahren für das Auge verschwindend gering.

Das war nicht immer so: Die meisten AVI-Kompressoren wie Cinepak sind älteren Datums und damit nicht auf die heute dank der größeren Rechen- und Plattenleistung mögliche Qualität ausgelegt. Benutzen Sie statt dessen Intel Indeo 5 [1] oder die M-JPEG-Kompressoren von Mainconcept [2], Pegasus Imaging [3], Morgan Multimedia [4] oder den Sorenson-Kompressor aus Apple QuickTime [5]. Viele Rechner sind auch mit diesen Systemen nicht schnell genug, um Videos in Fernsehqualität in Echtzeit zu dekomprimieren. Die Bildfolge wird unstetig - sie `ruckelt´. Dann benötigen Sie eine Hardware-Lösung: eine Videokarte mit Spezialchip zur (De-)Kompression (zum Beispiel von Fast Multimedia [6], Pinnacle/Miro [7], Matrox [8] oder Como [9]; siehe c't 6/98, S. 254).

Grundsätzlich gilt: Je größer die Kantenlängen des Videos (in Pixeln) und je schneller die Bildfolge (fps, Bilder pro Sekunde), desto größer die Datenmenge und damit die Belastung des Rechners: Die Gefahr des Ruckelns nimmt zu. Kommt man in diesen Bereich, kann man die meisten Kompressoren auf niedigere Bildqualität einstellen, um die Datenrate zu senken. (jl)

[1] Intel Indeo 5, http://www.intel.de/ial/indeo/video/index.htm
[2] Mainconcept M-JPEG, http://www.mainconcept.de/
[3] Pegasus Imaging, http://www.jpg.com/
[4] Morgan Multimedia, http://www.morgan-multimedia.com/
[5] Apple QuickTime, http://www.apple.com/quicktime/
[6] Fast Multimedia, http://www.fastmultimedia.de/home.nsf
[7] Pinnacle/Miro, http://www.pinnaclesys.de/deutsch/index.htm
[8] Matrox, http://www.matrox.de/
[9] Como, http://www.como.com/deutsch/ ()