Giftige CDs
Kürzlich bekam meine kleine Tochter (1 Jahr) eine (wenn auch `verbrannte´) CD-R zu fassen und nahm sie in Windeseile in den Mund. Sind die Rohstoffe der CD-Rohlinge gesundheitsschädlich? Wie sieht es mit `normalen´, gepreßten CDs aus?
- Bernd Behr
Kürzlich bekam meine kleine Tochter (1 Jahr) eine (wenn auch `verbrannte´) CD-R zu fassen und nahm sie in Windeseile in den Mund. Sind die Rohstoffe der CD-Rohlinge gesundheitsschädlich? Wie sieht es mit `normalen´, gepreßten CDs aus?
Die `Brennschicht´ der CD-Recordable besteht aus den Farbstoffen Cyanin (grün oder hellblau), Phthalocyanin (gelb) oder Azo (blau). Besonders Azo-Farbstoffe sind hochgiftig. Die Farbschicht ist eingeschlossen zwischen dem durchsichtigen Trägermaterial Polycarbonat und der Metallreflexionsschicht (Gold oder Silber).
An der Labelseite trennen die Kinderzähne von der Farbschicht nur die Schutzlack- und die Metallreflexionsschicht, die zusammen weniger als ein Zehntel Millimeter ausmachen. Gepreßte CDs enthalten zwar keine Farbschicht, doch sind die Substanzen von Schutzlack und Label auf der Labelseite sehr unterschiedlich und weitgehend unbekannt. Daher sollte keine Art von CD in Kindermünder gelangen.
Übrigens raten wir auch dringend davon ab, größeren Kindern CDs zum Spielen zu überlassen. Der Polycarbonat-Träger splittert bei einem gewaltsamen Verbiegen explosionsartig in scharfkantige Dreiecke. (bb) (bb)