Jumper bei SCSI-Platten

SCSI-Platten haben bekanntlich diverse Jumper für ID, Terminierung und Parity-Prüfung. Daneben gibt es aber noch weitere, deren Funktion mir unklar ist, beispielsweise TI Sync Nego (IBM DCAS), Disable Unit Attn (Seagate Meadlist Pro), S/E Mode (IBM DDRS U2W). Wofür sind sie gut?

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Von
  • Dr. Harald Bögeholz

SCSI-Platten haben bekanntlich diverse Jumper für ID, Terminierung und Parity-Prüfung. Daneben gibt es aber noch weitere, deren Funktion mir unklar ist, beispielsweise TI Sync Nego (IBM DCAS), Disable Unit Attn (Seagate Meadlist Pro), S/E Mode (IBM DDRS U2W). Wofür sind sie gut?

Target Initiated Sync Negotiation (beziehungsweise eine mehr oder weniger kryptische Abkürzung davon) bedeutet, dass die Festplatte von sich aus den Hostadapter anspricht, um einen synchronen Datenübertragungsmodus auszuhandeln. Ohne eine solche Verhandlung findet die Datenübertragung im Asynchronmodus gemäß SCSI-1 mit weniger als 5 MByte/s statt. An PCs handelt jedoch der Hostadapter üblicherweise von sich aus die Übertragungsrate mit der Festplatte aus; diese Funktion sollte man auf der Platte also normalerweise deaktivieren.

Manche Wide-SCSI-Platten haben einen Jumper für ‘Target Initiated Wide Negotiation’. Damit verhält es sich ähnlich wie mit der Sync Negotiation: Wide-SCSI-Platten und -Hostadapter müssen nach dem Einschalten aushandeln, ob sie die Daten 16-bittig oder nur 8-bittig übertragen wollen. Das können wahlweise Hostadapter oder Festplatte veranlassen. Der Jumper ist für die Plattenseite zuständig. Achten Sie darauf, ob ein gesetzter Jumper die Funktion ein- (enable) oder ausschaltet (disable); das kann je nach Festplattenmodell unterschiedlich sein. Es gibt normalerweise keinen Grund, diese Funktion auf der Festplatte einzuschalten, da der Hostadapter die Wide Negotiation veranlasst. Unbedingt auszuschalten ist sie für den seltenen Fall, dass man eine Wide-SCSI-Platte über einen Adapterstecker und ein 50-adriges Kabel an einem Wide-SCSI-Hostadapter betreibt, da Platte und Adapter sonst fälschlicherweise annehmen, sie könnten die in diesem Fall nicht durchverbundenen oberen 8 Bit zur Datenübertragung nutzen.

Ein Jumper namens ‘Disable Unit Attention’ verhindert, dass die Festplatte nach dem Einschalten oder einem Reset des SCSI-Bus ‘unit attention’ meldet, also dem Hostadapter signalisiert, dass sie seine Aufmerksamkeit benötigt. Dieser Jumper ist zum Betrieb an älteren Macintosh-Modellen zu setzen.

Bei Ultra2 SCSI haben sich gegenüber Ultra SCSI die Signalpegel geändert: Die Ultra2-Übertragung erfolgt mit ‘Low Voltage Differential’ (LVD), während die Signale bei Ultra SCSI und die älteren Varianten ‘Single Ended’ (SE) sind. LVD-Geräte schalten automatisch auf SE-Betrieb zurück, wenn sie erkennen, dass auch nur ein nicht LVD-fähiges Gerät mit am selben Kabel hängt. Mit einem Jumper wie ‘S/E Mode’ kann man den SE-Betrieb erzwingen, falls die Automatik aus irgendeinem Grund versagt. (bo) (bo)