Altrocker verklagt Bertelsmann wegen Beihilfe zum Napstern
Matthew Katz, Produzent der Rockgruppe Jefferson Airplane, beschuldigt Bertelsmann, für Geschäftsschädigungen durch Copyrightverletzungen mitverantwortlich zu sein.
Der Medienkonzern Bertelsmann sieht sich unverhoffterweise vor Gericht: Matthew Katz, Produzent der 60er-Jahre-Rockband Jefferson Airplane, beschuldigt Bertelsmann, durch den Deal mit der Musik-Tauschbörse Napster für anhaltende Urheberrechtsverletzungen und damit Geschäftsschädigung mitverantwortlich zu sein. Sein Plattenlabel stehe wegen der durch Napster stark gesunkenen Nachfrage kurz vor dem Ruin.
Derweil nimmt die so genannte strategische Allianz zwischen Napster und Bertelsmann Formen an. Einer Studie zufolge sind bis zu 80 Prozent der Napsteraner gewillt, bis zu 15 US-Dollar pro Monat für das Angebot zu zahlen. Das neue Geschäftsmodell für Napster sieht nun vor, diese Bereitschaft auszunutzen und die Tauschbörse in einen kostenpflichtigen Dienst umzuwandeln. Klaus Eierhoff, Chef der Direct Group Bertelsmann, geht davon aus, dass schon eine Akzeptanz bei 30 Prozent der derzeitigen Napster-Nutzer dem Geschäftsmodell zum Erfolg verhelfen würde.
Auf dem Wege zu diesem erhofften Erfolg lässt Bertelsmann aber auch die Chance nicht aus, andere Musik-Riesen zum Mitmachen zu überreden. Man befinde sich derzeit in Gesprächen beispielsweise mit Sony und Universal und hoffe, dass sich die Konkurrenten zu Partnern im Online-Musiktausch-Geschäft wandeln werden. Das Musiktausch-Geschäft selbst könnte auch auf neuen Wegen stattfinden, beispielsweise über UMTS-Handys. (pmo)