Scan-Rauschen verringern
Wenn ich Bilder einscanne, zeigen deren dunkle Partien auf dem Bildschirm ein leichtes Störmuster. Es erinnert an das Schneebild eines Fernsehers nach Sendeschluss. Wie kann ich dieses Rauschen verhindern?
- Jörn Loviscach
Wenn ich Bilder einscanne, zeigen deren dunkle Partien auf dem Bildschirm ein leichtes Störmuster. Es erinnert an das Schneebild eines Fernsehers nach Sendeschluss. Wie kann ich dieses Rauschen verhindern?
Die Sensoren des Scanners und die nachfolgenden Verstärker sowie der Analog/Digital-Wandler produzieren wie jeder andere analoge Schaltkreis ‘thermisches Rauschen’: Die wärmebedingte Zufallsbewegung der Atomrümpfe und Elektronen der Materialien stört das Nutzsignal.
Die Ursache des thermischen Rauschens kann man nicht beseitigen. Immerhin lassen sich die Störungen drastisch verringern, indem man die Analogelektronik weit unter 0° Celsius kühlt. Statt ihren Scanner mit flüssigem Stickstoff zu übergießen, können PC-Anwender Geduld und Plattenplatz einsetzen, um das Rauschen zu verringern. Das Rauschen ist von Moment zu Moment verschieden. Bildet man den Mittelwert aus mehreren Scans desselben Bilds, werden die Störungen unterdrückt - umso besser, je mehr Scans man überlagert.
Mit einem ebenenorientierten Bildbearbeitungsprogramm wie Paint Shop Pro oder Photoshop empfiehlt sich folgende Vorgehensweise: Man scannt die Vorlage mehrere Male mit denselben Einstellungen und demselben Ausschnitt; die Vorlage auf dem Scanner darf dabei nicht verschoben werden. Dann lädt man einen Scan nach dem anderen als jeweils einzelne Ebenen in ein gemeinsames Bild. Um den ‘Mittelwert’ zu bilden, wählt man für die untere Ebene eine Deckkraft von 1 = 100 %, für die Ebene darüber eine Deckkraft von 1/2 = 50 %, für die nächste Ebene 1/3 = 33 %, dann 1/4 = 25 % und so weiter bis zur höchsten Ebene. Das resultierende Bild wird auf eine Ebene reduziert.
Benutzt man n Scans, sinkt die Intensität des Rauschens dabei auf den ÷n-ten Teil. Deshalb lohnt es sich kaum, die Vorlage besonders oft zu scannen: Vier Scans genügen, um die Störungen zu halbieren, aber schon 16 sind nötig, um das Rauschen auf ein Viertel seiner ursprünglichen Intensität zu drücken.
Die Mittelung beseitigt nur statistische Störungen. Andere Fehler des Scanners treten plötzlich zu Tage, wenn das weggemittelte Rauschen sie nicht mehr überdeckt. Dazu zählen vor allem vertikale Streifen - sie entstehen dadurch, dass jedes Sensorpixel der Abtastzeile etwas anders als seine Nachbarn auf das einfallende Licht reagiert. (jl) ()