IDE-Platten ĂĽber 8 GByte

Beim Partitionieren meiner neu erworbenen 15-GByte-Festplatte meldet Fdisk nur eine Kapazität von 8033 MByte. Wie kann ich die volle Kapazität nutzen?

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Von
  • Dr. Harald Bögeholz

Beim Partitionieren meiner neu erworbenen 15-GByte-Festplatte meldet Fdisk nur eine Kapazität von 8033 MByte. Wie kann ich die volle Kapazität nutzen?

Das hängt vom BIOS und vom verwendeten Betriebssystem ab. Windows 9x kann Platten über 8 GByte nur dann ansprechen, wenn das BIOS die erweiterten Int-13h-Funktionen bereitstellt (so genannte BIOS-Extensions). Bei SCSI-Platten ist hierfür das BIOS des Hostadapters zuständig, bei IDE-Platten das des Mainboards.

Ob die BIOS-Extensions funktionieren, kann zum Beispiel der Festplatten-Benchmark H2bench klären, der auf der Website des Heise-Verlags sowie in der c't-Mailbox zum Download bereitsteht. Wenn der Aufruf

h2bench -e 0

keine Fehlermeldung ausgibt und die korrekte Kapazität meldet, verfügt das BIOS über die nötigen Erweiterungen. Die Null steht dabei für die erste Festplatte, 1 für die zweite und so weiter.

Bei fehlenden BIOS-Extensions ist der sauberste Weg ein BIOS-Update. Falls dies nicht möglich ist, hilft die Installation einer Diskmanager-Software, wie sie alle Festplattenhersteller mitliefern beziehungsweise kostenlos bereitstellen. Ein Diskmanager nistet sich im Master Boot Record der Festplatte ein und übernimmt die Funktionen des Festplatten-BIOS, inklusive BIOS-Extensions. Erscheint trotz funktionierender BIOS-Extensions in Fdisk nicht die korrekte Kapazität, so liegt vermutlich eine veraltete Fdisk-Version vor.

Windows NT, OS/2 und Linux können auch ohne BIOS-Hilfe auf große Festplatten zugreifen, erstere jedoch nur mit aktualisierten Treibern (NT: Atapi.sys mindestens aus Service Pack 4, OS/2: Ibm1s506.add, beispielsweise von ftp://ftp.leo.org/pub/comp/os/os2/boulder/os2/os2ddpak/idedasd.exe). Solche Treiber ins laufende System zu installieren sollten sich jedoch nur fortgeschrittene Anwender zutrauen, da hierbei einige Einschränkungen zu beachten sind (siehe c't 18/99, S. 92).

Kontrollieren Sie außerdem die Einstellung der Festplatte. Bei manchen Laufwerken lässt sich die Kapazität per Jumper künstlich reduzieren, um BIOS-Problemen mit älteren Rechnern vorzubeugen. In solch einer Konfiguration kann nur die vom Hersteller gelieferte Diskmanager-Software die volle Kapazität bereitstellen. Ein ausführlicher Artikel zum Thema steht in c't 11/98, S. 164.(bo) (bo)