Analogkameras im Digitalzeitalter
Die analoge Fotografie hat nichts von ihrem Charme verloren, ganz im Gegenteil. Viele reden sogar von einem Boom. Andreas Kesberger ist losgezogen, die Spuren für den Analog-Trend aufzuspüren. Er besuchte Kamerabörsen, tummelte sich auf Flohmärkten, besuchte Händler, interviewte den Reparaturservice und löcherte Hersteller.
- Andreas Kesberger
Wir beißen in den Bioapfel und sagen „wie früher“, obwohl wir damals schon mit Pestiziden aufgewachsen sind. In der Fotografie ist das leichter. Da kann man dieses „wie früher“ immer noch kaufen. Ganz echt. Und wenn unser Blick in die Medien und Foren sowie auf die Kameragurte der Touristen nicht ganz täuscht, dann fotografieren vielleicht sogar wieder mehr Menschen auf Film.
Es gibt ja Fotografen, für die ist die analoge Fotografie nur ein Kunstfilter ihrer Kamera: Sieht dann so aus wie. Wollen wir das? Und dann gibt es die, die ihre Vollformat daten in Silver Efex laden, die Auflösung auf Kodak-Tri-X-Niveau reduzieren und das Korn schön gleichmäßig drüber legen, sodass Helmut Newton seinen Laboranten gelobt hätte. Dann noch auf einem echten(!) Barytpapier ausgedruckt und fertig ist das Meisterwerk. Ist es das? Irgendwie klingt das nach Pfannkuchen aus dem Kühlregal — künstlich halt.
Selbst wer beim Stichwort Entwicklung nur an Raw-Konverter denkt, kann den analogen Versuchsballon heute immer noch recht einfach steigen lassen. Irgendeiner in der Verwandtschaft hat bestimmt noch eine alte Spiegelreflex rumliegen, die immer nur „viel zu schade“ zum Wegschmeißen war. Und schon geht’s los: Film rein, belichten mit einem kräftigen Klack und dann mal kurz auf dem Display gucken, ob der teure Film denn wirklich sinnvoll eingesetzt wurde. Nee, eben nicht. Gucken heißt warten. Fragen wir doch mal nach, ob wir damit allein stehen.
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