Festplatte zu klein
Ich habe mir eine Maxtor 91360U4 gekauft, angeblich eine 13-GByte-Festplatte. Da mein BIOS nur 8 GByte erkennt, habe ich einmal auf das Typenschild geschaut und dort gesehen, dass die Platte 16 383 Zylinder, 16 Köpfe und 63 Sektoren haben soll, was ausmultipliziert nur 16 514 064 Sektoren oder 8064 MByte ergibt. Wo ist die restliche Kapazität geblieben?
- Dr. Harald Bögeholz
Ich habe mir eine Maxtor 91360U4 gekauft, angeblich eine 13-GByte-Festplatte. Da mein BIOS nur 8 GByte erkennt, habe ich einmal auf das Typenschild geschaut und dort gesehen, dass die Platte 16 383 Zylinder, 16 Köpfe und 63 Sektoren haben soll, was ausmultipliziert nur 16 514 064 Sektoren oder 8064 MByte ergibt. Wo ist die restliche Kapazität geblieben?
Keine Sorge, die Platte hat volle 13 GByte. Um diese jedoch nutzen zu können, benötigen Sie anscheinend ein BIOS-Update. Wenn dies nicht aufzutreiben ist, können Sie sich mit der Diskmanager-Software ‘Maxblast’ behelfen, die Maxtor kostenlos zum Download bereitstellt. Dasselbe gilt übrigens auch für alle anderen IDE-Platten mit mehr als 8 GByte; jeder Festplattenhersteller bietet eine entsprechende Diskmanager-Software an.
Die Erklärung für die Angabe auf dem Typenschild steht in der ATA-Spezifikation. Historisch bedingt gibt es zwei Arten, die Sektoren einer IDE-Platte zu adressieren. Die ältere, so genannte CHS-Adressierung (Cylinder, Head, Sector) und die neuere LBA-Adressierung (Logical Block Address). Bei der CHS-Adressierung spricht der Rechner die Sektoren über ihre Zylindernummer, Kopfnummer und Sektornummer an. Diese Zahlen haben allerdings schon seit grauer Vorzeit nichts mehr mit der tatsächlichen Lage der Sektoren auf der Festplatte zu tun, sondern es handelt sich um eine ‘logische’ Plattengeometrie, die nur aus Kompatibilitätsgründen existiert. Die LBA-Adressierung wirft diesen Ballast über Bord und nummeriert die Sektoren einfach von null an fortlaufend durch.
Entsprechend diesen beiden Adressierungsarten gibt es im ATA-Konfigurationssektor, über den die Platte dem Rechner ihre technischen Daten mitteilt, zwei verschiedene Felder für die Kapazitätsangabe. Aus diversen Kompatibilitätsgründen enthält das CHS-Feld bei allen Platten mit mehr als 8 GByte gemäß ATA-Spezifikation die Werte 16 383 Zylinder, 16 Köpfe und 63 Sektoren pro Spur, manchmal 15 Köpfe (und manchmal per Jumper auswählbar). Mehr lässt sich im CHS-Modus nicht ansprechen. Nur in ihrem LBA-Feld offenbaren solche Platten ihre wahre Größe. Das Programm ctatbus, zu beziehen im Download-Bereich von www.heise.de/ct, zeigt beide Angaben an. Damit können Sie sich vergewissern, dass Ihre Platte tatsächlich 13 GByte hat. (bo) (bo)