Hotline-Dienstleister unter Betrugsverdacht
Die Staatsanwaltschaft hat Akten eines Telefon-Dienstleisters beschlagnahmt.
Der Osnabrücker Telefon-Dienstleister b u. w Telefonmarketing steht unter dem Verdacht, Gebühren falsch abgerechnet zu haben. Die Staatsanwaltschaft habe die Geschäftsräume des Unternehmens in Osnabrück sowie seine Filialbetriebe in Münster und München durchsucht und Akten beschlagnahmt, sagte Alexander Rethemeyer, Sprecher der Staatsanwaltschaft Osnabrück, und bestätigte damit einen Bericht der Neuen Osnabrücker Zeitung vom heutigen Donnerstag.
Die Firma b u. w betreut mit ihren bundesweit mehr als 1000 Mitarbeitern Telefon-Hotlines von großen deutschen Unternehmen. Zu den Kunden gehören unter anderem Siemens, Karstadt, Viag Interkom, oder AOL. Die b u. w-Mitarbeiter beantworten im Auftrag der Kunden Fragen der Anrufer oder nehmen ihre Beschwerden entgegen. Mit den Dienstleistungen erwirtschafte das vor sieben Jahren gegründete Unternehmen im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben einen Umsatz von 20 Millionen Mark.
Inzwischen wies das Unternehmen die Betrugsvorwürfe zurück. Geschäftsführer Jens Bohrmann vermutet hinter der anonymen Anzeige wegen Betrugs einen Komplott. Es liege auf der Hand, dass die Information an die Staatsanwaltschaft von Wettbewerbern oder von unzufriedenen ehemaligen Mitarbeitern komme, sagte er der dpa. Das Unternehmen werde mit der Staatsanwaltschaft eng zusammenarbeiten, um die Vorwürfe aus der Welt zu schaffen, kündigte er an.
Nach Rethemeyers Angaben sollen den Vorwürfen zufolge bei b u. w. Aufträge mit weniger Mitarbeitern als zunächst zugesichert bearbeitet worden sein. Außerdem sollen Gebühren für gar nicht geführte Telefonate berechnet worden sein. Ob die Vorwürfe eine Grundlage haben, soll nun unter anderem die Analyse eines unabhängigen Wirtschaftsprüfers ergeben. Die Ermittlungen dürften sich über mehrere Monate hinziehen. (dz)