Grüne wollen männliche Dominanz in der IT-Branche beenden

Die Grünen im Bayerischen Landtag fordern unter anderem getrennten Computer-Unterricht für Mädchen, mehr Stellen für Professorinnen und die Förderung von Frauen in der Computerbranche.

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Die Grünen im Bayerischen Landtag wollen der männlichen Dominanz in der Computerbranche ein Ende setzen. Am gestrigen Montag hat die Fraktion ein Bündel von Vorschlägen erarbeitet, das in Parlamentsanträge einfließen soll.

Schon eine spezielle Frauenförderung in der Schule soll den Weg zu einer ausgewogenen Computerwelt ebnen. So fordern die Grünen, Mädchen künftig in eigenen Gruppen in die Geheimnisse der Informationstechnik einzuweihen; die Didaktik soll dabei speziell auf die Bedürfnisse und das Lernverhalten der jungen Frauen zugeschnitten sein. "Buben neigen dazu, in Arbeitsgruppen zu dominieren", begründet die frauenpolitische Sprecherin der Fraktion, Petra Münzel, ihre Forderungen. Die Jungen würden die Computermaus dann nicht mehr aus der Hand geben, und die Mädchen müssten sich aufs Zusehen beschränken. Ferner fordern die Grünen mehr Stellen für Professorinnen sowie die Förderung von Frauen-Netzwerken in der Informations- und Kommunikationswissenschaft.

Derzeit herrsche ein gravierender Frauenmangel in den Startup-Unternehmen der Branche, berichtet Informatik-Professorin Sissi Clos. Frauen würden dazu beitragen, das Klima und die interne Kommunikation in den Firmen zu verbessern. In ihrem eigenen Unternehmen sei mehr als die Hälfte der Beschäftigten weiblich; dank Teilzeitarbeit, freier Zeiteinteilung und Kinderbetreuung sei es möglich, Familie und Beruf zu koordinieren.

Bis Gleichstand quer durch die gesamte Branche und auch unter den Professoren und Wissenschaftlern erreicht ist, dürfte allerdings noch ein wenig Zeit vergehen. Denn derzeit sind Frauen im Informatik-Studium noch stark unterrepräsentiert: Lediglich 12 Prozent aller Informatik-Studenten seien weiblich, beklagte Münzel den Status quo. (atr)