Private Telefonanbieter werfen Telekom ruinösen Wettbewerb vor
Die privaten Telefonanbieter werfen der Deutschen Telekom ruinösen Verdrängungswettbewerb vor.
Die privaten Telefonanbieter werfen der Deutschen Telekom ruinösen Verdrängungswettbewerb vor. Der Präsident des Verbandes der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM), Joachim Dreyer, erklärte gegenüber dpa, dass die Telekom versuche, "mit Dumping-Preisen, Hinhaltetaktik, Prozessen und offenkundigen Verstößen gegen das Telekommunikationsgesetz den Wettbewerb auszuhebeln, um so bald wie möglich die alten Monopolstrukturen wieder herstellen zu können".
Nachdem die Telekom den Antrag gestellt hatte, in Berlin die Vorab-Prüfung ihrer Preise aufzuheben, reagierte der VATM mit Angriffen gegen die seiner Ansicht nach unfairen Taktiken der Telekom. Die Telekom machte geltend, dass sie in Berlin nicht mehr marktbeherrschend und deshalb eine Preisgenehmigung nicht mehr erforderlich sei. Der VATM weist hingegen darauf hin, dass die Telekom im Berliner Ortsnetz weiterhin einen Marktanteil von 97 Prozent habe. "Eine nachträgliche Preiskontrolle wäre aber eine offene Einladung zu weiteren Dumpingpreisen, die bekanntlich im Markt nur schwer korrigiert werden können," erklärte Dreyer, dessen Verband zur Zeit die Interessen von 54 Telekommunikationsunternehmen vertritt.
Im Gegensatz zum Mobilfunkmarkt, wo der Wettbewerb wegen des direkten Zugangs der Anbieter zu den Endkunden recht gut funktioniere, seien die Abhängigkeiten von der Telekom im Festnetzmarkt weiter ein großes Hindernis für die freie Entfaltung des Wettbewerbs. Der rosa Riese müsse so schnell wie möglich voll privatisiert werden, erklärte der VATM. Hinzu komme, dass die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP) wegen der dünnen Personaldecke und der vielen anhängigen Verfahren "schlechthin überfordert" sei, meinte der VATM-Geschäftsführer Grützner. (pmo)