Internationale Werbung fĂĽr Forschungsstandort Deutschland

Die Bundesrepublik will verstärkt ausländische Wissenschaftler und Studierende für Arbeits- und Forschungsaufenthalte gewinnen.

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Von
  • Wolfgang Stieler

Die Bundesrepublik will verstärkt ausländische Wissenschaftler und Studierende für Arbeits- und Forschungsaufenthalte gewinnen. Mit einem gemeinsamen Internet-Portal und Ausstellungen wollen die großen Wissenschafts- und Austauschorganisationen junge Spitzenkräfte aus aller Welt nach Deutschland locken, teilte der Stifterverband der Deutschen Wissenschaft am heutigen Dienstag in Berlin mit.

Unter der Adresse www.research-in-germany.de werden ab Freitag umfangreiche Informationen zum wissenschaftlichen Arbeiten in Deutschland in vier Sprachen bereitgestellt. Die Aktion wird vom Stifterverband finanziell unterstĂĽtzt.

Die Internetseite bietet Informationen zu Hochschulen sowie außeruniversitären Forschungseinrichtungen und stellt alle wichtigen Wissenschaftsorganisationen von der Alexander-von-Humboldt-Stiftung bis zur Max-Planck-Gesellschaft vor. Eine Linkliste informiert auch über die "weichen" Standortfaktoren" in Deutschland wie Klima, Kultur und Lebensbedingungen.

Ziel des Projektes sei es, Attraktivität und Qualität des Hochschulstandortes Deutschland international zu vermitteln und mögliche Defizite in der weltweiten Wahrnehmung abzubauen, erklärt die Sprecherin des Verbandes, Angela Lindner. Als Reaktion auf internationale Berichte über die Zunahme rechtsextremer Gewalttaten wollte Linder die Aktion allerdings nicht verstanden wissen. Es ginge vielmehr darum, die Attraktivität deutscher Hochschulen im Ausland "sichtbar zu machen". Andere Länder, wie etwa Australien würden mit Auslandsbüros eine "fast schon aggressive Werbestrategie" verfolgen.

Bereits in der vergangenen Woche hatte die Deutsche Welle in Köln ein Multimedia-Projekt Studieren in Deutschland gestartet. Kernstück ist eine 27-teilige TV-Sendereihe, eine ebenfalls 27-teilige Radio-Reihe und ein Internet-Angebot unter der Adresse www.gateway-to-germany.de. Im fünfsprachigen Gateway-to-Germany – neben Deutsch auch Englisch, Russisch, Spanisch und Portugiesisch – werden Informationen zum Studium in Deutschland bereitgehalten.

Bundespräsident Johannes Rau hat in diesem Rahmen dazu aufgefordert, ausländische Studenten in Deutschland "mit offenen Armen aufzunehmen". Rau sagte: "Wir müssen bürokratische Hindernisse beseitigen, die das Studium von Ausländern hier zu Lande unnötig erschweren." Ausländerfeindlichkeit sei nicht nur in sich unannehmbar, "sie ist auch katastrophal für den Ruf Deutschlands", meinte er weiter. (wst)