IRQ-Ärger mit Windows 2000
Ich bin jüngst auf Windows 2000 umgestiegen. Nun teilen sich alle PCI-Karten (Netzwerk, ISDN, Grafik, Sound und SCSI) einen IRQ. Das ist verwunderlich, heißt es doch, dass das System dadurch instabil wird. Eine Neuinstallation hat trotz im BIOS-Setup ausgeschaltetem Plug & Play keine Besserung gebracht. Was kann ich tun?
Ich bin jüngst auf Windows 2000 umgestiegen. Nun teilen sich alle PCI-Karten (Netzwerk, ISDN, Grafik, Sound und SCSI) einen IRQ. Das ist verwunderlich, heißt es doch, dass das System dadurch instabil wird. Eine Neuinstallation hat trotz im BIOS-Setup ausgeschaltetem Plug & Play keine Besserung gebracht. Was kann ich tun?
Mit Plug & Play hat diese Eigenschaft von Windows 2000 nur wenig zu tun. Grundsätzlich kennt der NT-Nachfolger zwei Betriebsmodi: Erkennt er bei der Installation ein ACPI-fähiges System, so nutzen alle PCI-Geräte denselben IRQ. Unterstützt ein PC aber noch kein ACPI, installiert Windows 2000 Treiber für einen so genannten ‘Standard-PC’, bei dem man dann in die Verteilung der IRQs mit den PC-immanenten Einschränkungen eingreifen kann. Gemäß der PCI-Spezifikation dürfen sich mehrere Geräte denselben Interrupt teilen, die Standardkonfiguration von Windows 2000 macht also normalerweise keinen Ärger. Wenn der Rechner stabil läuft, sollten Sie daher alles belassen, wie es ist.
Wenn hingegen der Verdacht besteht, dass Systemabstürze auf Probleme mit dem IRQ-Sharing zurückzuführen sind, können Sie über die Computerverwaltung herausfinden, in welcher Betriebsart der PC läuft. Ein Rechtsklick mit der Maus auf das Arbeitsplatz-Icon und der Aufruf von ‘Verwalten’ genügt. Im Ast des Gerätemanagers findet sich ein Eintrag namens ‘Computer’. Je nach Modus taucht dort ‘ACPI PC’ oder ‘Standard-PC’ auf. Wer die Ressourcen manuell verteilen möchte, kann das System hier zwingen, von ACPI auf Standard-PC umzustellen - allerdings muss man sich dazu über die zahlreichen Warnungen des Systems hinwegsetzen (Näheres und auch einige Warnungen dazu finden Sie in c't 5/2000 auf Seite 148). Die Umstellung von ACPI auf Standard-PC lässt sich alternativ auch schon bei der Installation erledigen: Noch im Textmodus drückt man dazu bei der Aufforderung ‘F6 für alternative Hostadapter-Treiber’ die Taste F5 und wählt ‘Standard-PC’ aus.
Um Windows 2000 auf die vom BIOS vorgenommene IRQ-Verteilung festzunageln, muss man nach der eventuell vorgenommenen Umstellung über den Gerätemanager noch die Eigenschaften des Standard-PC setzen: Die Checkbox ‘IRQ-Steuerung verwenden’ ist zu deaktivieren. Erst dann hält sich Windows 2000 an die BIOS-Vorgaben, und man hat die Möglichkeit, etwa durch den Austausch der PCI-Karten in den Slots die Verteilung zu beeinflussen (siehe auch c't 11/2000, S. 258) - bei den Treibern für manche Karten kann das dafür sorgen, dass sich ein Gerät unter Windows 2000 erst richtig in Betrieb nehmen lässt.
Das Ganze hat aber auch seine Schattenseiten: Bei den meisten PCs kann Windows 2000 danach beim Herunterfahren das System nicht mehr abschalten. Die besseren Stromsparmaßnahmen, insbesondere Suspend-to-RAM arbeiten nicht mehr (sie sind auf ACPI angewiesen). Der Ruhezustand, also das Speichern des Systemzustands auf der Festplatte, klappt aber weiterhin, allerdings muss man den PC meist manuell abschalten. (ps) (ps)