Probleme mit Ultra-ATA/100-Festplatten I

Es gelingt mir trotz stundenlanger Tüftelei nicht, auf meiner IBM-Festplatte vom Typ DTLA-307030 (Deskstar 75GXP) am Asus-Sockel-A-Mainboard A7V Windows zu installieren. Muss ich eine besondere Jumperstellung berücksichtigen?

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Es gelingt mir trotz stundenlanger Tüftelei nicht, auf meiner IBM-Festplatte vom Typ DTLA-307030 (Deskstar 75GXP) am Asus-Sockel-A-Mainboard A7V Windows zu installieren. Muss ich eine besondere Jumperstellung berücksichtigen?

Nur wenige Chipsätze bieten zurzeit eingebaute Ultra-ATA/100-Unterstützung. Einige Mainboards besitzen daher dafür einen zusätzlichen EIDE-Hostadapter-Chip von Promise (PDC 20265), bei Abit kommt ein HighPoint-Chip zum Einsatz. Es scheint bei bestimmten Kombinationen von Festplatten und Onboard-Adaptern zu Problemen mit dem Ultra-ATA/100-Modus zu kommen. Leider sind nicht für alle Probleme fertige Lösungen bekannt.

Einen Fehler, der unter Windows 98 und ME bei Festplatten mit größerem Cache-Speicher in Verbindung mit sehr schnellen Prozessoren auftritt, beschreibt Microsoft in der ‘Knowledge Base’ im Artikel Q273017. Demnach erfolgt bei Prozessoren mit mehr als etwa 900 MHz das Herunterfahren des Betriebssystems so schnell, dass der Festplatten-Cache nicht ordnungsgemäß zurückgeschrieben wird. Als Abhilfe soll man Windows eine zusätzliche Wartezeit von zwei Sekunden vor dem Herunterfahren vorschreiben. Das geschieht mit Hilfe des Registry-Editors ‘regedit32’: Unter HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Microsoft\Windows\CurrentVersion erzeugt man einen neuen DWORD-Schlüssel namens ‘CacheWriteDelay’, dem man den Dezimalwert ‘2000’ zuweist. Bei neueren Builds der Betriebssysteme soll der Fehler behoben sein; ein Patch ist nicht öffentlich erhältlich, Festplattenhersteller schicken ihn auf Anfrage aber zu.

Bei einigen Maxtor-Platten soll es unter Windows 2000 zu Datenverlusten kommen können; nach Auskunft von Asus verschwinden diese Probleme, wenn man den neuesten Treiber (Build 32) für den Promise-Chip verwendet. Während des Windows-2000-Setup bindet man die Treiber für den Ultra-ATA/100-Hostadapter ein, indem man die ‘F6’-Taste drückt und die Treiberdiskette einlegt. ‘Selbst mit Service Pack 1 unterstützt Windows 2000 übrigens den Ultra-ATA/100-Modus (UDMA5) nicht, sondern stellt nur den Ultra-ATA/66-Modus (UDMA4) ein. Einen Patch beschreibt http://support.microsoft.com/support/kb/articles/Q260/2/33.ASP. Nach Installation des Patches kann es allerdings passieren, dass Windows 2000 fälschlicherweise als Betriebsmodus PIO4 anzeigt, obwohl UDMA5 läuft (http://support.microsoft.com/support/kb/articles/Q269/5/55.ASP).’

Ein weiterer Hinweis bezieht sich auf die mangelhafte Fähigkeit des Promise-Hostadapters beziehungsweise seiner Treiber zum Interrupt-Sharing. Da beim Asus A7V der PDC 20265 dieselbe IRQ-Leitung belegt wie der zweite PCI-Slot (vom AGP-Steckplatz aus gezählt), sollte dort kein weiterer Hostadapter stecken; Asus empfiehlt, hier nur Karten wie ISDN-Adapter oder Soundkarten zu betreiben. (ciw)

Ergänzung aus c't 4/2001 S.11:

Den in Heft 26/00 vorgestellten Artikel Q273017 aus der Knowlegde Base hat Microsoft überarbeitet (http://support.microsoft.com/support/kb/articles/Q273/0/17.ASP). Außer der Einstellung einer zusätzlichen Wartezeit über einen neuen DWORD-Wert ‘CacheWriteDelay’ mit dem Inhalt ‘2000’ im Registry-Schlüssel HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Microsoft\Windows\CurrentVersion soll man bei den Windows-Versionen 98 und Me auch die Datei ‘Ifsmgr.vxd’ auf den neuesten Stand bringen. Das geschieht per Windows-Update unter http://windowsupdate.microsoft.com/ und anschließender Auswahl des Pakets ‘Windows IDE Hard Drive Cache Package’. Alternativ erhält man den Patch auch über den Link http://www.microsoft.com/Windows98/downloads/contents/WUCritical/q273017/Default.asp. (ciw)