Standortrisiko

Die Briten überlegen langsam. Bleiben sie Mitglied der EU oder suchen sie ihr Heil im nationalen Alleingang? Der Ausstieg des Industrialisierungs-Pioniers hätte erhebliche Auswirkungen auf die Automobilproduktion des Landes

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Der Brexit und die Autoproduktion
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Groß-Gerau, 10. Februar 2016 – Die Briten überlegen langsam. Bleiben sie Mitglied der EU oder suchen sie ihr Heil im nationalen Alleingang? Premier David Cameron wird zwar nicht müde zu betonen, dass der Verbleib seines Landes in der Gemeinschaft zum Vorteil für alle gereichte. Die Geißel der Union, die seiner Meinung nach zu fest auf die Selbstständigkeit der Briten eindrischt, sei jedoch nicht zumutbar.

Wie auch immer – der Ausstieg des Industrialisierungs-Pioniers hätte erhebliche Auswirkungen auf die Automobilproduktion des Landes. Denn Großbritannien war eine große Auto-Nation und ist es noch heute. Zwar gibt es keinen englischen Volumenhersteller mehr auf der Insel, der in eigener Regie und völlig unabhängig produziert, doch sind viele der altehrwürdigen Automobil-Unternehmen unter behütende Dächer geschlüpft. Ob Mini oder Rolls-Royce, Bentley oder Jaguar, die großen Namen haben bislang überlebt. Und es haben sich andere Anbieter mit ihren Werken und Entwicklungsabteilungen angesiedelt. Man schätzt die britische Ingenieurskunst.

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Ein EU-Austritt können die Briten teuer zu stehen kommen. (Bild: mid)

So kommt auch heute noch eine erkleckliche Zahl von Automobilen aus England: Rund 1,4 Millionen Fahrzeuge haben die Briten im vergangenen Jahr exportiert. Weniger die heimischen Marken, von denen letztlich nur einige exotische Kleinstserien-Hersteller übriggeblieben sind.