Tückische 128-MBit-SDRAMs

Das BIOS meines BX-Boards erkennt von der Kapazität meines neuen 256-MByte-Speicherriegels nur die Hälfte, also 128 MByte. Da sich auf dem DIMM 16 Chips befinden, sollte es sich jeweils um 128-MBit-SDRAMs handeln. Wie schon mehrfach in c't zu lesen war, kann Intels 440BX-Chipsatz doch mit 128-MBit-Chips umgehen. Wie kann ich die volle Speicherkapazität nutzen? Hilft ein BIOS-Update?

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Das BIOS meines BX-Boards erkennt von der Kapazität meines neuen 256-MByte-Speicherriegels nur die Hälfte, also 128 MByte. Da sich auf dem DIMM 16 Chips befinden, sollte es sich jeweils um 128-MBit-SDRAMs handeln. Wie schon mehrfach in c't zu lesen war, kann Intels 440BX-Chipsatz doch mit 128-MBit-Chips umgehen. Wie kann ich die volle Speicherkapazität nutzen? Hilft ein BIOS-Update?

128-MBit-SDRAMs können unterschiedlich aufgebaut sein. Auf ungepufferten Speicherriegeln für PCs sitzen üblicherweise Ausführungen mit acht Datenleitungen, an die jeweils ein 16 MBit großes Speicherfeld angebunden ist (Organisation 16Mx8, etwa der Baustein Infineon HYB39S128800CT). Diese kann der BX-Chipsatz ansteuern; acht solcher Chips ergeben ein ‘Single-Sided’- oder ‘Ein-Bank’-128-MByte-Modul mit 64 Datenleitungen. Auf einem ‘Double-Sided’-DIMM (zwei ‘Bänke’) mit sechzehn 16Mx8-Chips sind die 64 Datenleitungen von je acht Chips parallel geschaltet, es fasst insgesamt 256 MByte. Die Anzahl der ‘Bänke’ eines kompletten DIMMs darf man nicht mit der Anzahl der internen, ebenfalls als ‘Banks’ bezeichneten Speicherfelder eines SDRAM-Chips verwechseln.

Statt aus 16Mx8-Chips kann ein 256-MByte-Modul auch aus sechzehn 32Mx4-SDRAMs aufgebaut sein (wie dem Infineon HYB 39S128400CT). Das wäre dann ein Single-Sided-Modul, mit dem der 440BX leider nicht umgehen kann - der Chipsatz hat schlichtweg nicht genügend Adressleitungen. Solche DIMMs sind zwar selten, gelangen aber besonders als ‘Registered DIMMs’ durchaus in den Handel. Wer ein derartiges Modul erwischt hat, sollte es umtauschen - in einem Mainboard mit BX-Chipsatz läuft es jedenfalls nicht.

Ob es sich bei den 128-MBit-SDRAM-Bausteinen um solche mit 16Mx8- oder 32Mx4-Organisation handelt, verrät das entsprechende Datenblatt der ICs von der Hersteller-Website. Auch einige Angaben des c't-Utilities ‘ctSPD’ können weiterhelfen, sofern das Speichermodul ein korrekt programmiertes SPD-EEPROM besitzt. Unter ‘Erweiterte Ausgabe/Modul Basisdaten’ zeigt ctSPD die Anzahl der Datenleitungen der einzelnen SDRAM-Chips an (Byte 13) sowie die Anzahl der Bänke des DIMMs (Byte 17). (ciw) (ciw)