Windows 95 auf großen Platten

Laut Microsoft kann Windows 95 nicht mit Festplatten über 32 GByte umgehen. Was passiert aber, wenn man eine größere Platte anschließt? Kann man dann mit Windows 95 wenigstens bis zu 32 GByte nutzen und den Rest etwa für Linux verwenden?

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Von
  • Dr. Harald Bögeholz

Laut Microsoft kann Windows 95 nicht mit Festplatten über 32 GByte umgehen. Was passiert aber, wenn man eine größere Platte anschließt? Kann man dann mit Windows 95 wenigstens bis zu 32 GByte nutzen und den Rest etwa für Linux verwenden?

In der Tat behauptet Microsoft im Artikel Q246818 in der Knowledge Base, dass keine Version von Windows 95 - auch nicht die OEM Service Releases - Festplatten mit mehr als 32 GByte unterstützt. Dies scheint jedoch hauptsächlich eine Schutzbehauptung zu sein, um entsprechende Support-Anfragen abweisen zu können. Die erste Version von Windows 95 erlaubt nur Partitionen bis zu 2 GByte, weil sie noch kein FAT32-Dateisystem beinhaltet. Sie ist daher für große Festplatten wirklich nicht mehr zu empfehlen. Mit Windows 95b konnten wir jedoch eine IDE-Platte mit 100 GByte erfolgreich mit einer einzigen FAT32-Partition in voller Größe nutzen.

Es gibt allerdings kleinere Fehler, die im Zusammenhang mit großen Platten auftreten und auch in Windows 98 noch vorkommen. So zeigt das Fdisk-Utility die Kapazität modulo 64 GByte an, legt jedoch beispielsweise nach Eingabe von ‘100%’ korrekt eine Partition über die gesamte Festplatte an. Auch der ‘Intensiv’-Test von Scandisk versagt unter bestimmten Umständen bei großen Platten. Und schließlich gelten unter Windows 95 dieselben Grundvoraussetzungen wie für neuere Windows-Versionen: Das BIOS muss die erweiterten Int-13h-Funktionen bereitstellen, damit Windows erst einmal die 8-GByte-Grenze überwindet. Auch Boards mit dem bekannten 32-GByte-Bug des Award-BIOS benötigen ein BIOS-Update, denn sonst stürzt das BIOS bereits bei dem Versuch ab, eine größere Platte überhaupt zu erkennen. (Malte Schmidt-Tychsen/bo) (bo)