Wie viel RAM kann Windows?

Die theoretische Obergrenze des maximal nutzbaren Hauptspeichers liegt unter allen heute gängigen Windows-Versionen von 95 bis XP bei 4 GByte.

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Die theoretische Obergrenze des maximal nutzbaren Hauptspeichers liegt unter allen heute gängigen Windows-Versionen von 95 bis XP bei 4 GByte. Praktisch verhindern das aber Einschränkungen in der Speicherverwaltung: Microsoft selbst gibt an, dass ein Speicherausbau unter Windows 9x/ME über 512 MByte keinen Sinn macht. Die in diesen Windows-Versionen integrierten Speicherverwaltungsmechanismen kommen sich dann ins Gehege: Der Dateicache klaut anderen Systemkomponenten letztlich Adressraum. Nähere Hinweise dazu inklusive möglicher Abhilfen, um den Dateicache im Zaum zu halten, finden sich im Artikel Q253912 in der Microsoft Knowledgebase.

Für Windows NT, 2000 und XP sind derlei praktische Beschränkungen derzeit nicht bekannt. Aufgrund der Systemarchitektur ist dort aber der Adressraum, der einzelnen Prozessen offen steht, auf 2 GByte begrenzt. Ein Speicherausbau darüber hinaus dürfte also nur in speziellen Anwendungsfällen oder bei mehreren extrem speicherhungrigen Prozessen Sinn machen. Der für einzelne Prozesse zur Verfügung stehende Adressraum kann in den Server-Versionen erweitert werden, dafür hat Microsoft spezielle Funktionen vorgesehen.

Generell gilt, dass die Mainboard-Designs die Speicherbestückung beschränken: Bei Intels i815-Chipsatz ist beispielsweise bei 512 MByte Ende, beim P4-Rambus-Chipsatz i850 mit zwei GByte. Viele Boards mit DDR-Speicherinterface unterstützen zwar zwei GByte oder mehr, haben aber nur zwei Slots für Speicherriegel. Selbst mit den derzeit noch schwer zu beschaffenden 512-MByte-Modulen ist dann bei 1 GByte Schluss. Wer ein noch älteres System wie etwa ein Sockel-7-Board nutzt, kann davon nur träumen: Beim TX97-Chipsatz ist aufgrund des eingeschränkten Cache schon bei 64 MByte das Cache-Limit erreicht, andere Chipsätze schaffen gerade mal 128 oder 512 MByte. Die Cache-Beschränkung lässt sich immerhin durch Prozessoren mit eigenem Cache umgehen - wie etwa dem nur noch antiquarisch erhältlichen AMD K6-3. (ps)