Athlon XP und VIA KT133

Kann ich den Athlon XP nicht doch auf meinem Mainboard mit VIA KT133 einsetzen, auch wenn dieser nur FSB200 anbietet? Kann ich nicht einfach den Multiplikator hoch stellen?

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Kann ich den Athlon XP nicht doch auf meinem Mainboard mit VIA KT133 einsetzen, auch wenn dieser nur FSB200 anbietet? Kann ich nicht einfach den Multiplikator hoch stellen?

Der Athlon XP (mit Palomino-Kern) läuft nur unter folgenden Voraussetzungen: Das Board muss FSB266 unterstützen und mit dem vom Athlon mit Thunderbird-Kern leicht abweichenden Einschaltverhalten klarkommen. Das BIOS muss den Athlon XP erkennen und initialisieren. Zusätzlich muss das Board den Stromhunger des Prozessors stillen.

Kein KT133-Board erfüllt alle diese Kriterien. Der Chipsatz unterstützt nur FSB200, sodass die Prozessoren mit den von AMD vorgegebenen Multiplikatoren deutlich langsamer laufen - beispielsweise läuft der XP 1600+ bei einer Multiplikator-Einstellung von 10,5 nur mit 1,05 statt mit 1,4 GHz.

Versierte Bastler schlieĂźen nach Anleitungen aus dem Internet die L1-BrĂĽcken am Prozessor und stellen dann am Mainboard einen anderen Multiplikator ein. Viele KT133-Boards unterstĂĽtzen allerdings keine manuell eingestellten Multiplikatoren oberhalb 12; Ăśbertaktet mit FSB266 lief bisher kein KT133-Board im c't-Labor stabil.

Ohne ein BIOS mit XP-Unterstützung läuft der neue Athlon auf den meisten Boards nicht fehlerfrei. Für reine KT133-Boards veröffentlichen die Hersteller meist kein passendes Update - mit Ausnahme einiger Boards, von denen ein weitgehend baugleicher Nachfolger mit dem KT133A existiert. Das Einspielen eines nur für KT133A-Boards gedachten BIOS auf KT133-Boards ist nicht empfehlenswert. Wer seinen BIOS-Chip nicht extern neu beschreiben kann, sollte die Finger von diesem Experiment lassen. Eine Ausnahme bildet die MS-6330-Serie von Microstar/MSI. Auf diesen Boards funktionieren alle BIOS-Versionen auch auf älteren Revisionen.

Unkritischer ist das Einschaltverhalten des Athlon XP: Kommt das Board damit nicht zurecht, verhindert dies lediglich den ersten Kaltstart und der Rechner bootet erst nach ein- oder mehrmaligem DrĂĽcken der Reset-Taste.

Der Athlon XP nimmt maximal zwischen 34,3 (1500+) und 40 Ampere (2000+) auf. Die Stromversorgung der KT133-Mainboards sollte für ähnlich hungrige alte Athlons mit Thunderbird-Kern ausgelegt sein: Deren 1,1-GHz-Version zieht maximal 34,5, die 1,4-GHz-Version 41,2 Ampere.

Wem das alles zu kompliziert und unsicher erscheint, fährt mit einem Duron besser. In den Versionen ab 1 GHz steckt der Morgan-Kern, der bei gleichem Takt ähnlich schnell arbeitet wie ein bei FSB200 laufender Athlon XP. Die Durons funktionieren nach einem BIOS-Update auf fast jedem KT133-Board - mit zugelassenem BIOS. (jow) (jow)