Sandra lügt - manchmal heftig

Das Hardware-Monitoring meines Mainboards Epox EP-4G4A+ zeigt auf der 3,3-Volt-Schiene des Netzteils eine Spannung von 2,45 Volt an.

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Das Hardware-Monitoring meines Mainboards Epox EP-4G4A+ zeigt auf der 3,3-Volt-Schiene des Netzteils eine Spannung von 2,45 Volt an; sowohl das BIOS-Setup als auch die Software SiSoft Sandra unter Windows melden diesen Wert. Welche Probleme sind zu befürchten, insbesondere bei höherer Belastung des Rechners? Bisher läuft dieser stabil - soll ich das Netzteil dennoch tauschen?

Messen Sie die Spannung der 3,3-Volt-Schiene (orangefarbige Adern) sicherheitshalber mit einem Digitalmultimeter am ‘Main-Power’-Stecker auf dem Mainboard nach. Nach unseren Erfahrungen arbeitet das Hardware-Monitoring häufig sehr ungenau.

Für die vom Netzteil gelieferten Spannungen definiert die Version 1.2 des ATX Power Supply Design Guide die folgenden Toleranzen:

SpannungToleranz-
bereich
Minimaler
Spannungswert
Maximaler
Spannungswert
Farbe am
ATX-Stecker
+12 Volt±5 %111,4 Volt12,6 VoltGelb
+5 Volt±5 %4,75 Volt5,25 VoltRot
+3,3 Volt±5 %3,14 Volt3,47 VoltOrange
-5 Volt±10 %-5,5 Volt-4,5 VoltWeiß
-12 Volt±10 %-13,2 Volt-10,8 VoltHellblau
+5 Volt Standby ±5 %4,75 Volt5,25 VoltViolett
1unter Volllast sind hier ±10 % zulässig, also 10,8 bis 13,2 Volt

Manche Monitoring-Chips verwenden relativ ungenaue Referenzspannungsquellen; außerdem passen die Entwickler die Empfindlichkeit der Messeingänge oft nicht ausreichend sorgfältig an, sodass Quantisierungsfehler der Analog-Digital-Wandler hohe Messfehler verursachen. Und schließlich soll es schon schlicht defekte Bausteine gegeben haben. Auch den vom Board gemessenen Temperaturen sollte man daher nicht blind vertrauen. (ciw) (ciw)