Mainboard-Wechsel ohne Neu-Installation?
Da mir die Leistung meines PC nicht mehr reicht, plane ich eine Hardware-Aufrüstung. Vor allem soll ein neues Mainboard hinein. Kann ich meine vorhandene Windows-Installation mitnehmen oder muss ich alles neu installieren?
Da mir die Leistung meines PC nicht mehr reicht, plane ich eine Hardware-Aufrüstung. Vor allem soll ein neues Mainboard hinein. Kann ich meine vorhandene Windows-Installation mitnehmen oder muss ich alles neu installieren?
Microsoft empfiehlt, Windows nach einem Wechsel des Mainboards neu zu installieren. Das ist sicherlich der sauberste Weg, um Problemen aus dem Weg zu gehen.
Für das neue Mainboard benötigen Sie mindestens aktuelle Treiber für den Chipsatz, meist auch noch für den Onboard-Sound, die neue Grafikkarte und weitere Komponenten. Vor allem Chipsatztreiber nisten sich sehr tief im Betriebssystem ein und kollidieren dann später mit den Treibern für den neuen Chipsatz. Die Erfahrung an der c't-Hotline zeigt, dass Treiberkonflikte selbst bei dem in dieser Disziplin am wenigsten kritischen Windows XP nicht selten sind. Leider gibt es keine sichere Richtschnur, die anzeigt, in welchen Fällen Windows auf neuer Hardware sicher weiterläuft.
Am ehesten gelingt der reibungslose Mainboard-Wechsel ohne Neu-Installation, wenn Windows Ihre bisherige Hardware komplett erkannt hat und deshalb mit den originalen Microsoft-Treibern für den Chipsatz auskommt. Diese lassen sich nach unseren Erfahrungen am besten in einem neuen Rechner ersetzen. Außerdem sind Konflikte weniger wahrscheinlich, wenn der Chipsatz des neuen Mainboards vom gleichen Hersteller kommt wie der des alten Boards.
Unter Umständen erkennen Windows 2000 und XP nach einem Umzug den neuen EIDE-Hostadapter nicht (Fehlermeldung INACCESSIBLE_BOOT_DEVICE), was sich aber durch Maßnahmen vor dem Umzug vermeiden lässt (siehe c't 9/01, S. 196 oder Artikel Q271965 der Microsoft-Knowledge-Base).
Auf manche Hardware-Funktionen greift Windows nur dann mit den richtigen Treibern zu, wenn diese schon bei der Installation aktiviert waren. Dazu gehören etwa der APIC-Modus aktueller Platinen sowie das Hyper-Threading des neuen Pentium 4, der ACPI-S3-Energiespar-Modus oder die SSE-Befehle des Athlon XP. Zwar lässt sich nach dem Umzug von Windows XP eine ‘Reparatur’ der Installation von der Windows-Setup-CD starten; dann schiebt das Setup dem vorhandenen Windows neue Hardware-Treiber unter. Doch dabei kann es zu Fehlern kommen (Artikel Q312369 der Knowledge Base).
Eine Neu-Installation ist also meistens der bessere Weg. Leider muss man anschließend die meisten Daten und Einstellungen per Hand vom alten auf das neue System übertragen, denn der Windows-XP-Assistent zum ‘Übertragen von Dateien und Einstellungen’ bietet dabei nur sehr lückenhafte Unterstützung. (ciw) (ciw)