Shareware-Browser Opera 5 ab Dezember gratis

Noch in diesem Jahr soll der Web-Browser Opera 5, in bisherigen Versionen nur als Shareware zu haben, als Gratis-Software erscheinen, die über Werbung finanziert wird.

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Von
  • Gerald Himmelein

Offenbar soll Opera 5 noch in diesem Jahr erscheinen – und auch noch kostenlos. Dies berichtet die dänische Website www.comon.dk. Demnach hat sich der Hersteller Opera Software vom Release der sechsten Version des Netscape-Browsers anspornen lassen, sein Programm in Kürze ebenfalls umsonst unter die Surfer zu bringen.

Im Unterschied zu Microsofts und Netscapes Browser kann sich Opera allerdings nicht über andere Firmeneinnahmen finanzieren – deshalb soll die kostenlose Opera-Version Werbebanner innerhalb des Programmfensters enthalten. Ähnlich arbeiten mittlerweile zahlreiche andere Programme wie der Mail-Client Eudora, der Download-Manager GetRight und das Übersetzungs-Tool Babylon Translator.

Bisher war der norwegische Browser Shareware, die nach einem Testzeitraum von 30 Tagen für 40 US-Dollar registriert werden musste. Die Möglichkeit der Registrierung besteht weiterhin: Wer eine Lizenz kauft, erhält dafür eine werbefreie Version. Die neue Strategie soll dem Browser ein neues Publikum erschließen – bisher konnte der Opera vor allem auf Grund der Registrierungsgebühr nur Vielsurfer begeistern, und das trotz ansprechender Features.

Das herausragende Argument für Opera sind Geschwindigkeit und Benutzerfreundlichkeit. Insbesondere auf langsameren Systemen zeigt Opera einen deutlichen Vorsprung gegenüber Microsofts Internet Explorer, vom trägen Netscape 6 ganz zu schweigen. Weiterhin merkt sich Opera beispielsweise beim Beenden die zuletzt geladenen URLs und lädt diese beim nächsten Start auf Wunsch neu – nicht nur für Surf-Profis ein Segen.

Erst im Juni erschien die Version 4 von Opera für Windows, die neben einer Java-Einbindung auch eine erweiterte Skriptsprachen-Unterstützung und aktuelle Internet-Standards bis hin zu XML und WML bietet. Das Programm enthält zudem ein Mail-Programm, einen News-Reader und einen Download-Manager. Ohne Java-Unterstützung umfasst der Opera-Download gerade mal 1,8 MByte, auch inklusive Suns Java 2 Runtime Environment landen nur 9,3 MByte auf der Festplatte – nur wenig mehr als die Minimalinstallation von Netscape 6 (ohne Java). Neben der Windows-Version entwickelt Opera seinen Browser auch für BeOS, EPOC, Linux und Mac OS. Eine geplante OS/2-Version stagniert allerdings seit einigen Wochen.

Angeblich bestätigte ein Sprecher des norwegische Browser-Herstellers der Web-Tageszeitung digitoday.no die neue Strategie. Gegenüber heise online wollte Opera Software die Meldung aus Dänemark dagegen nicht kommentieren – aber auch nicht dementieren: "Zum jetzigen Zeitpunkt können wir nichts dazu sagen." Es weist aber vieles darauf hin, dass die Veröffentlichung von Opera 5 nicht mehr besonders weit in der Zukunft liegt: In der vergangenen Woche zeigte sich die Website des Herstellers einen Abend lang unvermutet in gänzlich neuem Gewand. Auf der Registrierungs-Seite tauchte letzte Woche kurzzeitig eine Nachricht auf, dass eine jetzt gekaufte Lizenz für Opera 4 ein kostenloses Upgrade auf Opera 5 beinhalte – nur, um wenig später wieder zu verschwinden. (ghi)