Abwärtskompatibler Speicher
Ich möchte mir möglichst zukunftssichere Speichermodule kaufen und daher DDR333-RAM in meinem KT266-Mainboard einsetzen. Funktioniert das? Wird der PC dadurch schneller?
Ich möchte mir möglichst zukunftssichere Speichermodule kaufen und daher DDR333-RAM in meinem KT266-Mainboard einsetzen. Funktioniert das? Wird der PC dadurch schneller?
Prinzipiell sind PC-Speichermodule im jeweiligen Standard abwärtskompatibel: PC3200-Module laufen auch als PC2700- oder PC2100-DIMM, ebenso wie PC133-Speicherriegel auch als PC100-Modul laufen. Dabei sind allerdings Double- und Single-Data-Rate-DIMMs sowie RIMMs (Rambus-Speicher) zueinander inkompatibel, auch die ab 2004 erwarteten DDR2-DIMMs werden nicht in heutigen DDR-I-Mainboards funktionieren (und umgekehrt). Längerfristige Zukunftssicherheit gibt es deshalb nicht.
Eine Leistungssteigerung durch den Einsatz eines für höhere Taktfrequenzen geeigneten Speicherriegels in einem langsameren Mainboard ist im allgemeinen nicht zu erwarten. Speicherchips sind diesbezüglich durch ihre Zeitparameter vollständig definiert, bei gleicher Einstellung aller Timings arbeiten unterschiedliche Chips gleich schnell.
Moderne Mainboards sollten die korrekten Speicher-Parameter aus dem genau fĂĽr diesen Zweck gedachten Konfigurationschip (SPD-EEPROM) auslesen und anschlieĂźend die Timings des langsamsten im PC installierten Moduls automatisch einstellen. Bei MischbestĂĽckung mit PC2600- und PC3200-DIMMs ist also der Betrieb mit 133 MHz Taktfrequenz zu erwarten.
Auch die vier Kenngrößen CAS Latency (CL), RAS-to-CAS-Delay (tRCD), RAS Precharge Time (tRP) und RAS Active Time (tRAS) sollte das BIOS automatisch richtig einstellen. Meist ist aber alternativ eine manuelle Konfiguration per BIOS-Setup möglich (etwa im Menü ”Advanced Chipset Features“). Das ist auch ratsam, wenn man ein Modul mit Programmierfehlern im SPD-EEPROM besitzt; manchmal fehlen die korrekten Werte für langsamere als die höchstzulässige Betriebsfrequenz. Das könnte beispielsweise dazu führen, dass ein PC2700-DIMM mit 2,5-3-3-Parametern bei 133 MHz (also PC2100) nur mit CL-2,5-Timing liefe, obwohl es problemlos CL 2,0 unterstützt - wegen der längeren Taktzykluszeit von 7,5 ns bei 133 MHz dauern zwei Taktzyklen CAS-Totzeit hier ebenso 15 ns wie zweieinhalb Zyklen bei 166 MHz (6 ns). (ciw)
| Zeitparameter von Double-Data-Rate-Chips | ||||||||
| Modul-Bezeichnung | Chip-Typ | Timing | Frequenz | Zykluszeit | CAS Latency | tRCD | tRP | tRAS |
| PC1600 | DDR200 | 2,0-2-2 | 100 MHz | 10 ns | 20 ns | 20 ns | 20 ns | 50 ns |
| PC2100 | DDR266B | 2,5-3-3 | 133 MHz | 7,5 ns | 18,75 ns | 22,5 ns | 22,5 ns | 45 ns |
| PC2100 | DDR266A | 2,0-3-3 | 133 MHz | 7,5 ns | 15 ns | 22,5 ns | 22,5 ns | 45 ns |
| PC2100 | DDR266(Intel) | 2,0-2-2 | 133 MHz | 7,5 ns | 15 ns | 15 ns | 15 ns | 45 ns |
| PC2700 | DDR333B | 2,5-3-3 | 166 MHz | 6 ns | 15 ns | 18 ns | 18 ns | 42 ns |
| PC2700 | DDR333A | 2,0-3-3 | 166 MHz | 6 ns | 12 ns | 18 ns | 18 ns | 42 ns |
| PC3200 | DDR400B | 3,0-4-4 | 200 MHz | 5 ns | 15 ns | 20 ns | 20 ns | 40 ns |
| PC3200 | DDR400A | 2,5-3-3 | 200 MHz | 5 ns | 12,5 ns | 15 ns | 15 ns | 40 ns |