Schaden durch Röntgenstrahlung?

Können Röntgengeräte, die an Flughäfen das Gepäck durchleuchten, Daten auf Festplatten von Notebooks beschädigen?

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Können Röntgengeräte, die an Flughäfen das Gepäck durchleuchten, Daten auf Festplatten von Notebooks beschädigen?

Die Röntgen-Strahlungsleistung der an Sicherheitsschleusen üblichen Gepäckscanner reicht dazu nicht aus.

Theoretisch wäre es denkbar, die magnetisch aktive Oberfläche von Festplatten mit sehr starker ionisierender Strahlung zu beschädigen. Schon wesentlich schwächere Dosen aber beeinflussen elektronische Halbleiter-Bauelemente. Diese sind umso empfindlicher gegen ionisierende Strahlung, je kleiner ihre Strukturgrößen sind. Schwache Strahlung hat vorübergehende Auswirkungen auf laufende Halbleiterschaltungen: Datenfehler wie „gekippte Bits“ in DRAM-Speichern oder helle Bildpunkte auf CCD-Sensoren von digitalen Kameras (siehe auch c't 8/03, S. 188). Sehr starke Strahlung kann Bauelemente irreversibel beschädigen; ein solcher Defekt in der Steuerelektronik einer Festplatte würde diese unbrauchbar machen. Deshalb kommen übrigens in militärischen Systemen (Einsatz nach Atomschlag) sowie Luft- und Raumfahrzeugen (kosmische Strahlung) teilweise „Radiation-hardened“-Chips zum Einsatz.

Die Gepäckdurchleuchtungsgeräte an Personenkontrollpunkten arbeiten mit ziemlich geringer Dosisleistung. Selbst die stärkeren Röntgensysteme für das aufgegebene Fluggepäck oder die Scanner für komplette Container sind so konstruiert, dass die Dosis am untersuchten Objekt möglichst gering bleibt. Die Gefahr von Strahlungsschäden an ausgeschalteten elektronischen Geräten ist deshalb sehr gering. (ciw) (ciw)