DVD-Formatdschungel

Ich möchte mir einen DVD-Brenner anschaffen, habe aber den Überblick über die verschiedenen Formate verloren. Was wird voraussichtlich Standard?

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Ich möchte mir einen DVD-Brenner anschaffen, habe aber den Überblick über die verschiedenen Formate verloren. Was wird voraussichtlich Standard?

Es gibt bereits klar festgelegte Standards, die sich etabliert haben: Plus, Minus und DVD-RAM. Einfach beschreibbare DVD+R und DVD-R sind physikalisch zur gepressten DVD-ROM kompatibel. Sollte ein DVD-Player sie trotzdem nicht abspielen, liegt es meistens an der Disc-Kennung im Book-Type-Field. Bei einigen Brennern kann man diese deshalb manuell auf „DVD-ROM“ umstellen. Vorteile für den Anwender ergeben sich beim Plus-Format bei der wiederbeschreibbaren DVD+RW, die sich von allen Packet-Writing-Programmen in kurzer Zeit schnell formatieren lässt und derzeit mit vierfacher Geschwindigkeit beschrieben werden kann. Die DVD-RW muss oft langwierig formatiert werden und lässt sich maximal mit zweifacher Geschwindigkeit beschreiben. Die DVD-RAM ist nicht zu DVD-ROM kompatibel und vor allem in Asien verbreitet. Von seinen physikalischen Eigenschaften und dem Fehlermanagement her ist es aber das zuverlässigste optische Medium. Einen Test von DVD-Brennern finden Sie beispielsweise in der c't 16/03 auf Seite 154.

Einen Multi-Norm-Brenner kann man sich eigentlich also sparen, da diese wegen der doppelten Lizenzgebühren teurer sind, technisch aber nicht besser als die reinen Plus- oder Minus-Brenner. Die Entwicklung der Brenner schreitet derzeit so schnell voran, dass jedes heutige Modell in einem Jahr veraltet sein wird. Am besten verwenden Sie ausschließlich Qualitätsrohlinge und richten sich nach den Empfehlungen der Laufwerkshersteller, da wir in unseren Tests erhebliche Unterschiede bei der Fehlerrate gemessen haben (siehe zum Beispiel c't 11/03, S. 100).

Um die Nachfolge des Video-DVD-Standards wird übrigens zurzeit noch heftig gerungen. So bewerben sich die Advanced Optical Disc (AOD) und die Blu-ray Disc als Nachfolger der Video-DVD. Der Vorteil der Blu-ray Disc ist ihre Speicherkapazität von 25 GByte pro Seite und Layer. Die günstiger zu produzierende AOD kommt „nur” auf 15 GByte und bei den wiederbeschreibbaren Scheiben auf 20 GByte. Diesen Nachteil bei der Speicherkapazität will die AOD durch bessere Kompressionsformate wettmachen (etwa H.264 oder Windows Media 9), während die Blu-ray Disc weiterhin auf MPEG2, AC3 und DTS setzt. Erste AOD-Laufwerke werden Ende 2004 erwartet, während die Massenproduktion der Blu-ray Disc erst 2005 anlaufen soll. (hag) (hag)