Themenpark unterm Hammer, Zukunft der Pavillons ungeklärt
Das HerzstĂĽck der Weltausstellung in Hannover, der Expo-Themenpark, kommt in der kommenden Woche unter den Hammer. Die Nachnutzung der meisten Nationen-Pavillons ist dagegen noch offen.
Das Herzstück der Weltausstellung in Hannover, der Expo-Themenpark, kommt in der kommenden Woche unter den Hammer. Bei einer Auktion am Mittwoch nächster Woche (25. Oktober) können Interessenten unter anderem den Paradiesgarten aus dem Planet of Visions, die berühmten Entspannungsliegen (Gesundheit), Simulationsaufzüge (Energie) und die fahrenden Roboter-Eier (Wissen) ersteigern, teilte laut dpa die Expo-Gesellschaft am Donnerstag in Hannover mit.
Der Firma Troostwijk Auktionen lägen bereits mehrere Angebote vor, unter anderem von Kunst- und Wissenschaftsinstituten sowie Unternehmen. "Trotzdem müssen alle Interessenten sich am Bieterverfahren beteiligen", betonte eine Expo-Sprecherin. Jeder Expo-Fan kann mitbieten. Im Angebot seien zudem Spielplätze, Kinderbilder, ein Geländemodell und die Pavillons von Laos, Kambodscha und Georgien. Interessenten können auch im Internet mitbieten. Ein Katalog ist auf der Website www.troostwijk-expo2000.de abrufbar.
Bei einer weiteren Auktion am 7./8. Dezember sollen Büromöbel, Computer, Besucherinformationssysteme sowie Objekte aus dem Bereich Planen und Bauen unter den Hammer kommen. Einen weiteren Auktionstermin gibt es am 20. Januar. Dann werden nach Expo-Angaben wiederum Computer und Büroartikel versteigert.
Knapp zwei Wochen vor dem Ende der Weltausstellung in Hannover ist dagegen die Nachnutzung der meisten Nationen-Pavillons noch offen. "Die Verhandlungen laufen auf allen Ebenen auf Hochtouren", sagte eine Expo-Sprecherin am Donnerstag gegenüber dpa. Es gebe zwar mehrere Interessenten für die Pavillons, konkrete Abschlüsse lägen jedoch nur in wenigen Fällen vor. "Die Gebäude, die am 31. Oktober noch auf dem West-Gelände stehen, müssen auf jeden Fall abgebaut werden."
Auf dem Pavillon-Gelände Ost, das die NILEG (Norddeutsche Gesellschaft für Landesentwicklung) vermarktet, ist erst ein Viertel der Grundstücke verkauft. So eröffnet im französischen Pavillon ein Sportartikel-Fachmarkt, im chinesischen Pavillon entsteht ein chinesisches Handelszentrum. Bei sieben Gebäuden sei inzwischen sicher, dass sie nach Ende der Weltausstellung stehen bleiben und weiter genutzt werden. In die Pavillons von Belgien, Dänemark, Finnland, Großbritannien und Schweden sollen Firmen einziehen. Weitere fünf Pavillons – Italien, Jordanien, Kroatien, Norwegen und Portugal – würden an einem anderen Ort wieder aufgebaut. So soll der italienische Pavillon in Bari als Kulturzentrum genutzt werden. Der Pavillon der Schweiz, der aus gestapelten Holzbalken besteht, wird recycelt. Die Nachnutzung spektakulärer Expo-Bauten wie die gestapelten Landschaften der Niederländer oder das Wüstenfort der Vereinigten Arabischen Emirate sei noch unklar.
Die Pavillons auf dem West-Gelände müssen abgebaut werden, weil die Deutsche Messe AG als Eigentümer dort wieder Parkplätze anlegen will. Konkrete Nachnutzungspläne gibt es jedoch erst für wenige Gebäude. So kommt der mexikanische Pavillon als Bibliotheksgebäude der Hochschule für Bildende Künste nach Braunschweig, der Pavillon des Vatikans soll in Lettland als Gemeindezentrum genutzt werden. Wer die Interessenten für die Pavillons von Venezuela, Kolumbien und Nepal sind, wollte die Expo-Gesellschaft nicht sagen.
Die Gondeln der Expo-Seilbahn gehen nach Ende der Weltausstellung in das Tiroler Skigebiet Fieberbrunn im Pillerseetal. Dort sollen sie Wintersportler vom Tal auf den Doischberg bringen, teilte der Tourismusverband Fieberbrunn mit. Die Südtiroler Herstellerfirma Leitner habe Gondeln und Technik für rund fünf Millionen Mark verkauft, sagte der Tourismusdirektor Hans Fleckl: "Wir sind sehr froh, die Gondeln passen genau in unsere Landschaft." Als Standort für die Seilbahn war zunächst auch der Harz im Gespräch. (jk)