Lerngruppe für Roboter
Roboter lernen, bestimmte Aufgaben zu lösen, und speichern ihre Erfahrungen dann in der Cloud. Andere Maschinen können von diesen Erfahrungen profitieren, berichtet Technology Review.
- Amanda Schaffer
- Will Knight
Viele der Arbeiten, die Menschen gern von Robotern ausführen ließen – etwa in Lagerhäusern Pakete zu packen oder bettlägerigen Patienten zu helfen –, lassen sich noch nicht realisieren. Noch immer tun sich Roboter schwer damit, alltägliche Gegenstände zu erkennen und zu handhaben. Dass sie im Vergleich zu Menschen so schlecht abschneiden, sei kein Wunder, sagt Stefanie Tellex von der Brown University in Providence. Menschen könnten problemlos Socken falten oder Wassergläser aufnehmen, weil sie "eine umfangreiche Phase der Datenakquisition namens Kindheit" hinter sich hätten.
Wie Roboter voneinander lernen könnten
Zwar können auch Roboter eigenständig lernen, wie man Gegenstände greift – Google hat das erst kürzlich im großen Stil demonstriert – aber das dauert sehr lange. Um den Prozess des Lernens zu beschleunigen will Tellex daher, dass viele Roboter Informationen untereinander austauschen, berichtet Technology Review in seiner aktuellen Ausgabe (im Handel erhältlich oder im heise shop bestellbar). In ihrer "Million Object Challenge" sollen Roboter auf der ganzen Welt lernen, einfache Gegenstände zu handhaben, ihre Daten dann in die Cloud hochladen und es anderen Robotern so ermöglichen, diese Informationen zu nutzen.
Die Idee an sich ist nicht ganz neu: Tellex war Mitgründerin des Projekts "RoboBrain". Es demonstrierte bereits 2014 erste Möglichkeiten zum Erfahrungsaustausch unter Robotern. Ihr Forschungspartner Ashutosh Saxena, damals an der Cornell-Universität, lehrte seinen PR2-Roboter, kleine Tassen aufzunehmen und damit einen Tisch zu decken. An der Brown-Universität lud Tellex die Daten herunter und trainierte damit ihren Baxter-Roboter.
Von Erfahrungen in konkrete Steuerbefehle
Ähnliche Forschungen laufen auch in Europa. Im Rahmen des Projekts "RoboEarth" hatten Forscher die Grundlagen dafür gelegt. Im Nachfolgeprojekt "RoboHow" wollen sie den Maschinen nun beibringen, mithilfe gemeinsamer Erfahrungen abstrakte Instruktionen in konkrete Steuerbefehle umzusetzen. Die Forscher bringen ihnen etwa bei, was es heißt, einen Pfannkuchen zu backen oder Teile zu montieren.
Mehr dazu lesen Sie in der neuen Ausgabe von Technology Review (im Handel erhältlich oder im heise shop bestellbar). (jle)