Welcher Athlon steckt im Notebook?
Ich möchte mir ein preiswertes Notebook mit möglichst langer Akkulaufzeit kaufen. Recht günstig sind diverse Geräte mit Mobilprozessoren von AMD zu haben. Doch den Mobile Athlon XP-M gibt es in zahlreichen unterschiedlichen Versionen. Wie kann ich vor dem Kauf prüfen, welche Athlon-Version im Notebook steckt?
Ich möchte mir ein preiswertes Notebook mit möglichst langer Akkulaufzeit kaufen. Recht günstig sind diverse Geräte mit Mobilprozessoren von AMD zu haben. Doch den Mobile Athlon XP-M gibt es in zahlreichen unterschiedlichen Versionen. Wie kann ich vor dem Kauf prüfen, welche Athlon-Version im Notebook steckt?
Leider lässt sich das nicht zuverlässig feststellen, ohne den Prozessor direkt in Augenschein zu nehmen und seine Typennummer zu lesen - und selbst dann wäre die eindeutige Identifikation schwierig.
Den Mobile Athlon XP-M gibt es in drei Modellvarianten und von diesen wiederum unterschiedliche QuantiSpeed-Geschwindigkeitsstufen: die Desktop-Replacement-Versionen (DTR, zurzeit 2000+ bis 3000+), die Mainstream- oder Standard-Versionen (1900+ bis 2600+) und die besonders sparsamen Low-Power-Versionen (1700+ bis 2100+). Sie unterscheiden sich vor allem in der maximalen Leistungsaufnahme, die bekanntlich nahezu quadratisch von der Betriebsspannung abhängt. Einige DTR-Chips benötigen wie die gewöhnlichen Desktop-Prozessoren 1,60 bis 1,65 Volt und schlucken dann auch bis zu 72 Watt Leistung. Es gibt aber auch einige DTR-Varianten (bis 2200+), die mit 45 Watt auskommen (bei 1,45 bis 1,55 Volt).
Einige Mainstream-AusfĂĽhrungen liegen ebenfalls im 45-Watt-Limit und verlangen 1,45 Volt, aber es existieren auch 35-Watt-Versionen (meist 1,40 Volt). GenĂĽgsamer sind die Low-Power-CPUs, aber auch diese gibt es in drei Leistungsklassen: 35, 25 und sogar nur 16 Watt (1700+ und 1800+ mit Barton-Kern und 1,10 Volt).
Um die Verwirrung komplett zu machen, verkauft AMD die Prozessoren auch noch mit verschiedenen Frontsidebus-Geschwindigkeiten (FSB200 und FSB266) und unterschiedlichen Kernen (Thoroughbred und Barton) mit 256 und 512 KByte L2-Cache. Anhand der Typennummer ließe sich eigentlich herausbekommen, um welchen Typ es sich jeweils handelt - doch AMD veröffentlicht leider die nötigen Datenblätter nicht.
Es gibt auch kein Software-Tool, mit dem sich ein konkreter Athlon-XP-Typ eindeutig identifizieren ließe; Teile des digitalen Prozessor-Identifikationscodes erzeugt nämlich das BIOS des Notebooks. Mit den üblichen CPUID-Utilities (siehe c't-Software-Kollektion aus Heft 11/04) lassen sich lediglich Prozessorkern (Thoroughbred oder Barton), Cache-Größe und die Taktfrequenzen von Frontsidebus und CPU-Kern bestimmen. Letztere lässt sich aber per PowerNow! von Betriebssystem und BIOS variieren, sodass hier noch mehr Konfusion droht. AMD veröffentlicht auch die zulässigen Frequenz-/Betriebsspannungskombinationen der einzelnen Prozessoren nicht, und die einzelnen Notebook-Hersteller nutzen nicht immer alle möglichen Sparmodi.
Beim Kauf eines Notebooks mit Mobile Athlon XP-M muss man also dem Hersteller und dem Händler vertrauen. Allerdings wird sich wohl kaum eine Firma die Gelegenheit entgehen lassen, mit einer besonders sparsamen CPU zu werben. Als Faustregel lässt sich deshalb sagen, dass im Notebook wahrscheinlich ein DTR- oder Standard-Mobilprozessor mit 45 oder 72 Watt Spitzenleistung steckt, falls nicht ausdrücklich etwas anderes draufsteht. (ciw) (ciw)