Speicher zickt
Mein Mainboard läuft mit meinen Speichermodulen nicht stabil. Mal funktioniert eine Weile lang alles bestens, dann wieder häufen sich die Abstürze. Wie komme ich Problemen mit dem Hauptspeicher auf die Spur?
Mein Mainboard läuft mit meinen Speichermodulen nicht stabil. Mal funktioniert eine Weile lang alles bestens, dann wieder häufen sich die Abstürze. Wie komme ich Problemen mit dem Hauptspeicher auf die Spur?
RAM-Probleme treten zwar mittlerweile eher selten auf, lassen sich im Falle eines Falles aber nur schwer diagnostizieren und beseitigen.
Als erste Maßnahme empfiehlt sich ein Test mit (den leider lang laufenden) Speicher-Testprogrammen wie Memtest86 oder Memtest86+ (siehe Soft-Link und c't-Software-Kollektion 3/04, CD-ROM zu c't 11/04): Dabei ist aber zu beachten, dass Software-Speichertests prinzipiell keine absolut sichere Aussage über die Qualität der Speichermodule liefern können, weil sie nur eine begrenzte Zahl an Zugriffsmustern testen und wichtige Parameter wie Betriebstemperatur und Versorgungsspannung nicht variieren können (was in der Wirklichkeit aber oft vorkommt). Melden die Testprogramme Fehler, so lässt sich durch das Vertauschen oder Ausbauen von Modulen manchmal ein defektes oder inkompatibles DIMM identifizieren.
Zudem sollte man ausprobieren, ob die Speicherchips bei geringeren Taktfrequenzen stabil laufen, also beispielsweise mit 166,7 MHz (DDR333/PC2700) statt mit 200 MHz (DDR400/PC3200). Dieser Test ist nur möglich, wenn das Mainboard per BIOS-Setup, Jumper oder Übertaktungs-Software die Veränderung der RAM-Frequenz zulässt; manchmal muss man dazu auch den Frontsidebus untertakten.
Ebenfalls meistens per BIOS-Setup lassen sich die Zeitparameter für den Speicherzugriff verlängern, etwa die CAS-Latency (CL) von 2 oder 2,5 auf 3 Takte erhöhen - mehr dazu haben wir im Hotline-Hinweis der c't 8/03 auf Seite 186 beschrieben. Wenn der Speicher mit geringerer Taktfrequenz oder längeren Latenzzeiten problemlos läuft, aber nicht bei voller Frequenz, kann man noch unterschiedliche Speichersteckplätze oder eine vorsichtige Steigerung der RAM-Betriebsspannung (beispielsweise auf 2,7 bis 2,8 Volt bei DDR-RAM bis PC3200) ausprobieren. Hilft auch das nicht, sollte man - sofern mehrere vorhanden sind - die Zahl der Speicherriegel reduzieren. Manchmal wirken auch BIOS-Updates wahre Wunder.
In ganz hartnäckigen Fällen und wenn andere Fehlerquellen wie instabile Spannungsversorgung und Überhitzung ausgeschlossen sind, kommt man wohl nur mit einem Tausch der DIMMs gegen andere Fabrikate weiter. Dabei sollte man sich unbedingt an Empfehlungen des Mainboard-Herstellers, notfalls ersatzweise der Chipsatz-Firma, orientieren. Solche Hinweise findet man manchmal im Mainboard-Handbuch und häufiger auf den Support-Webseiten der betroffenen Firmen.
Etwas tückisch in Bezug auf Empfehlungen sind manche Third-Party-DIMMs, die also nicht vom Hersteller der Speicherchips selbst gebaut wurden: Wie in c't 9/04 auf Seite 185 beschrieben, löten diese DIMM-Spezialfirmen auf Module gleicher Typenbezeichnung im Laufe der Produktionszeit verschiedene Chip-Modelle. Besonders bei hohen Betriebsfrequenzen und großem Hauptspeicherausbau können schon minimal abweichende Eigenschaften unterschiedlicher Chips zu schwer reproduzierbaren Timing-Problemen und letztlich zu Abstürzen führen. Bessere Chancen auf reibungslosen RAM-Betrieb bieten deshalb die Originalmodule der Chipfirmen (wie Elpida, Hynix, Infineon, Micron, Nanya oder Samsung), vor allem wenn diese gleichzeitig noch in der Empfehlungsliste des Mainboards stehen. (ciw)
(ciw)