"Frauen werden ignoriert"

Die Technikwelt ist männlich dominiert, was Gründerinnen auch in Verhandlungen mit Geldgebern zu spüren bekommen. Jessica Livingston vom Inkubator Y Combinator möchte das ändern – und sieht schon Anzeichen der Besserung.

vorlesen Druckansicht
Lesezeit: 2 Min.
Von
  • Rachel Metz

Jessica Livingston, MitgrĂĽnderin des angesehenen Startup-Inkubators Y Combinator, hat Anfang April ein interessantes Interview ĂĽber die Probleme von Frauen in der Technologiewelt und neuere Entwicklungen in diesem Bereich gegeben.

Dem Magazin Fortune sagte Livingston, das größte Problem von Gründerinnen liege in der Kapitalbeschaffung, denn die meisten Wagniskapitalgeber seien immer noch Männer (nach einem aktuellen Bericht von Fortune machen Frauen weniger als 6 Prozent der Personen aus, die bei Wagniskapitalfirmen in den USA Entscheidungen treffen).

Laut Livingston werden Gründerinnen bei Verhandlungen oft schlicht ignoriert, und die Wagniskapitalgeber achten nur auf ihre männlichen Mitgründer. Möglicherweise hat sich dies jedoch zu ändern begonnen: Wie Livingston weiter erklärte, hatten in den beiden jüngsten Jahrgängen von Y Combinator Start-ups mit weiblichen Gründern die höchsten Serie-A-Finanzierungsrunden.

Laut Livingston gab es im jüngsten Jahrgang von Y Combinator bei 25 Prozent der Start-ups mindestens eine weibliche Gründerin im Team (nach nur 4 Prozent im Jahr 2011). Ihr Ziel ist, wenig überraschend, eine Erhöhung dieses Anteils auf 50 Prozent. Dazu dient unter anderem die erstmals 2014 veranstaltete Female Founders Conference, bei der interessierte Frauen Informationen über Firmengründungen bekommen.

Gefragt nach besonders vielversprechenden Unternehmerinnen, nannte Livingston Tracy Young, CEO und Mitgründerin des Start-ups PlanGrid, das Cloud-basierte Software für das Ansehen von Bauplänen entwickelt. Nach ihren Worten hat es die höchste Bewertung aller von einer Frau geleiteten Unternehmen, die mit Hilfe von Y Combinator entstanden sind.

(sma)