AufrĂĽsten von Supermarkt-PCs
Ich will mir einen billigen PC aus dem Supermarkt-Sonderangebot kaufen, aber dessen lahmen Celeron-Prozessor durch einen Pentium 4 ersetzen. Geht das?
Ich will mir einen billigen PC aus dem Supermarkt-Sonderangebot kaufen, aber dessen lahmen Celeron-Prozessor durch einen Pentium 4 ersetzen. Geht das?
Für eine allgemeine Antwort sind die Supermarkt-PCs zu unterschiedlich aufgebaut. Selbst bei genauer Kenntnis der technischen Daten wie Typ des Mainboards oder Leistungsfähigkeit des Netzteils hilft nur ein genauer und sachkundiger Blick in den PC. Immerhin ist bei den zeitlich begrenzten Angeboten die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass alle PCs identisch aufgebaut sind, sodass man sich auf die Erfahrungen anderer Käufer stützen kann.
Gerne setzen die Hersteller Mainboards von bekannten Firmen ein, oftmals aber billige (OEM-)Ausführungen, die einen kleineren Funktionsumfang und schlechtere Kompatibilität aufweisen als die Modelle im Einzelhandel. Beispielsweise ist unklar, ob alle Chipsatz-Features wie Frontside-Busgeschwindigkeit (entscheidend für die Auswahl eines passenden Pentium 4) wirklich nutzbar sind. Zudem fehlen manchmal eigentlich mögliche Speicherslots oder Anschlüsse für Serial-ATA-Festplatten. Auch bietet das BIOS-Setup meist weniger Optionen als beim Original, dessen BIOS sich meist nicht aufspielen lässt. Falls der asynchrone Betrieb von Speicher und FSB fehlt, würde ein Pentium 4 mit schnellerem FSB auch den Kauf von neuen Speichermodulen nach sich ziehen.
Falls der eingebaute Kühler zu schwach ist (was sich leider meist nur durch Ausprobieren feststellen lässt, weil keine Dokumentation zu den eingebauten Kühlern aufzutreiben ist), muss ein neuer her. Das geht manchmal schief, weil auf einigen OEM-Boards billigere Kühlerhalterungen sitzen, auf die keine Standardkühler passen, sondern nur die mitgelieferten. Mit einem zu schwachen Kühler besteht die Gefahr, dass der neue Prozessor unter Last - wofür man ihn ja kauft - überhitzt und sich automatisch drosselt, wodurch er möglicherweise sogar langsamer läuft als der vorhandene. Neue Wärmeleitpaste oder -pad muss man sowieso einkalkulieren.
Die Angaben auf dem Typenschild des Netzteils - falls überhaupt vorhanden - reichen im Allgemeinen nicht aus, um zu beurteilen, ob die Stromversorgung auch für einen stärkeren Prozessor stabil genug ist. Oftmals greifen die PC-Hersteller auch beim Netzteil zu Versionen, die exakt an den Bedarf des Originalsystems angepasst sind. Das sorgt zwar für einen recht niedrigen Energiebedarf, bietet aber keine Reserven für zusätzliche Komponenten wie schnellere Prozessoren oder Grafikkarten.
Auf allzu große Hilfe des Herstellers beim Umbau sollte man nicht hoffen, auch dürften die Serviceleistungen danach teurer ausfallen oder ganz entfallen. Den Anspruch auf Gewährleistung verliert man zwar nicht komplett, doch er gilt nur für die Originalkonfiguration. (jow) (jow)