UMTS-Auktion in Italien doch mit sechs Bewerbern

Blu bietet bei der Auktion um die italienischen UMTS-Lizenzen mit, der Streit um die Verteilung der Anteile an Blu unter anderem von der British Telecom ist aber noch nicht beigelegt.

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Von
  • Christian Rabanus

Der italienische Mobilfunkbetreiber Blu bietet in der seit gestern Mittag laufenden Auktion um eine der fünf zu vergebenden UMTS-Lizenzen mit. Deshalb musste auch das italienische Ministerium für Kommunikation nicht mehr befürchten, dass die Auktion zur Farce wird: Ohne Blu hätten fünf Lizenzen an fünf Bewerber vergeben werden müssen. Von einer solchen Auktion hätte sich der italienische Staat keinen Geldsegen erhoffen können.

Die Teilnahme von Blu an der Auktion war fraglich geworden, weil sich die Gesellschafter dieses kleinsten italienischen Mobilfunkbetreibern nicht über die Verteilung ihrer Anteile einigen konnten. Die italienischen Gesellschafter, allen voran die Autobahngesellschaft Autostrade, die mit 32 Prozent die größte Beteiligung an Blu hält, verlangten von British Telecom (BT), dem einzigen Telekommunikationsunternehmen im Kreise der Gesellschafter, eine Aufstockung seiner Beteiligung. BT hält derzeit 20 Prozent der Anteile von Blu.

Eine Einigung in dem Streit wurde zwar noch nicht erzielt, aber BT signalisierte, dass eine Aufstockung möglich sei. Analysten gehen aber davon aus, dass auch nach einer Aufstockung BT zunächst nicht mehr als 30 Prozent übernehmen wird. Für die ursprünglich zugesagte Beteiligung in Höhe von 51 Prozent fehlen den Briten, die schon in ihrem Heimatland und in Deutschland immense Summen für eine UMTS-Lizenz zahlen mussten, einfach die Mittel. Man werde die Frage nach dem Abschluss der Versteigerung entscheiden, verlautete aus Kreisen der britischen Telefongesellschaft.

Gegen Mittag des zweiten Auktionstages lag die Summe der Gebote nach der achten Runde für fünf Lizenzen bei 22.800 Milliarden Lire oder rund 11,9 Milliarden Euro. Alle Gebote lagen sehr eng zusammen. Von daher war es sicher noch kein Präjudiz auf den endgültigen Ausgang der Auktion, dass das Konsortium Andala auf dem sechsten Platz lag und damit bei sofortigem Auktionsende keine Lizenz erhalten hätte. (chr)