Nordkorea misslingt Raketenstart – Provokation am "Tag der Sonne"
Am "Tag der Sonne" sollte Nordkoreas Militär besonders strahlen. Mit dem Start einer ballistischen Rakete wollte das Regime Stärke demonstrieren. Das Vorhaben endete als Fehlschlag.
(Bild: J.A. de Roo)
In Nordkorea ist der Test einer neuen ballistischen Rakete nach Angaben Südkoreas gescheitert. Mit dem Start wollte das kommunistische Regime in Pjöngjang anlässlich des 104. Geburtstags von Staatsgründer Kim Il Sung Stärke demonstrieren. Der Raketenstart sei am Freitagmorgen (Ortszeit) an der Ostküste erfolgt, teilte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Seoul mit. Der Versuch sei offensichtlich fehlgeschlagen.
Von der Weltgemeinschaft verbotener Test
Militärs vermuteten, dass es sich um eine Musudan-Mittelstreckenrakete mit einer geschätzten Reichweite von 3000 bis 4000 Kilometern gehandelt habe, berichtet die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap. Es wäre der erstmalige Test einer Musudan-Rakete gewesen. Laut UN-Resolutionen darf Nordkorea keine ballistische Raketentechnik testen. Der neue Raketentest erfolgte inmitten zunehmender Spannungen in der Region.
Die Rakete sei zunächst abgehoben, dann aber von einer "normalen Flugbahn" abgewichen, vermuteten die Streitkräfte in Südkorea. Auch das Strategische Kommando der USA "entdeckte und verfolgte, was als ein nordkoreanischer Raketenstart in den Weltraum angenommen wurde", teilte das Nordamerikanische Luft- und Weltraum-Verteidigungskommando (Norad) mit. Zu keinem Zeitpunkt habe Gefahr für die USA bestanden.
Testversuch hatte sich angekĂĽndigt
Yonhap hatte am Donnerstag berichtet, dass Nordkorea zwei Raketen dieses Typs bereits vor drei Wochen auf mobilen Startrampen an der Ostküste in Position gebracht habe. Die Regierung habe nicht ausgeschlossen, dass eine oder beide auch am Geburtstag des 1994 gestorbenen Großvaters von Machthaber Kim Jong Un, Kim Il Sung, abgefeuert würden. Dieser Geburtstag wird in Nordkorea auch als "Tag der Sonne" bezeichnet. Das kommunistische Regime in Pjöngjang nutzt oftmals solche Feiertage oder innenpolitisch bedeutende Ereignisse, um militärische Stärke zu demonstrieren.
Der UN-Sicherheitsrat hatte jüngst die Sanktionen gegen Pjöngjang verschärft. Nordkorea hatte angesichts der Sanktionen und eines Großmanövers der USA mit Südkorea mehrmals mit einem Angriff gedroht einschließlich eines atomaren Erstschlages.
Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un besuchte am Freitag auch das Kumsusan-Mausoleum in Pjöngjang, in dem außer seinem Großvater auch sein Vater Kim Jong Il aufgebahrt ist. Dort habe er seinem Großvater Respekt gezollt, berichteten die Staatsmedien. Um die Familie der Kims, die seit sieben Jahrzehnten über das Land herrscht, wird ein bizarrer Personenkult zelebriert. Bereits am Donnerstag ehrten den Berichten zufolge hochrangige Vertreter der Regierung, des Militärs und der Partei bei einem "nationalen Treffen" die Errungenschaften Kim Il Sungs. (mho)