Smartphones: US-Kinokette will doch keine Messenger während des Films erlauben
Der Chef einer großen Kinokette hat in den USA eine Diskussion darüber ausgelöst, ob das Chatten auf dem Smartphone während der Filmvorführung erlaubt werden sollte. Die Reaktion war eindeutig und nun rudert sein Unternehmen mit klaren Worten zurück.
Chatten während des Films dürfte die meisten Zuschauer extrem stören.
(Bild: Craig Dennis, CC BY 2.0)
Der US-amerikanische Kinobetreiber AMC Entertainment hat nach kurzer aber heftiger Debatte versichert, Kinobesuchern auch künftig nicht zu erlauben, während des Films auf dem Smartphone zu schreiben. Man habe "laut und klar" gehört, dass das eigene Publikum gegen solche Pläne sei, teilte das Unternehmen mit. Damit reagierte AMC auf eine Äußerung des eigenen CEOs Adam Aron. Der hatte in einem Interview mit dem Branchenmagazin Variety gesagt, dass jüngere Menschen ins Kino gelockt werden könnten, wenn ihnen das Schreiben auf ihrem Handy während der Filmvorführung erlaubt würde.
Kein Leben ohne Messenger
Auf die Frage, welche Zielgruppe sein Unternehmen ansprechen könnte, um das Kinopublikum zu vergrößern, hatte Aron unter anderem die Jüngeren angesprochen, aber eingeschränkt: "Wenn Sie 22-Jährige auffordern, das Handy auszuschalten, um den Film nicht zu ruinieren, verstehen die nur: Bitte schneide dir deinen linken Arm über dem Ellbogen ab." Das ginge nicht, denn "so leben die nicht". Deswegen könnte man das erlauben, aber so, dass es die anderen Gäste nicht störe, also beispielsweise nur in bestimmten Bereichen des Kinosaals. Oder man mache bestimmte Säle insgesamt Smartphone-freundlicher.
Diese Äußerungen hatten eine Debatte ausgelöst, die AMC nun wohl so schnell wie möglich beenden will. Das Unternehmen versicherte, "TEXTING WIRD in AMC-Kinos NICHT ERLAUBT WERDEN" (Großbuchstaben im Original, Anmerkung der Redaktion). Da hatte der Chef des AMC-Konkurrenten Alamo Drafthouse gegenüber Deadline bereits erklärt: "Man kann nur wirklich in eine Geschichte eintauchen, wenn man sich darauf konzentriert." Wenn man währenddessen chattet, gebe es keine Möglichkeit, richtig aufzupassen. Das zu erlauben, wäre deswegen respektlos gegenüber den Filmschaffenden, denen man die Existenz des Kinos erst verdanke. (mho)