SPDIF-Ausgang verhindert Karaoke
An meinem PC betreibe ich eine Digitalanlage von Creative Soundworks, die mit dem Rechner per SPDIF verbunden ist. Das funktioniert problemlos, solange ich Audiodaten abspiele. Doch wenn ich die Line-In- oder Mikrofon-Eingänge meines Mainboards (Asus K8V) benutze, kommt aus dem digitalen SPDIF-Ausgang kein Signal. Für Karaoke möchte ich aber ein Mikrofon am PC anschließen - wie geht das?
An meinem PC betreibe ich eine Digitalanlage von Creative Soundworks, die mit dem Rechner per SPDIF verbunden ist. Das funktioniert problemlos, solange ich Audiodaten abspiele. Doch wenn ich die Line-In- oder Mikrofon-Eingänge meines Mainboards (Asus K8V) benutze, kommt aus dem digitalen SPDIF-Ausgang kein Signal. Für Karaoke möchte ich aber ein Mikrofon am PC anschließen - wie geht das?
Wahrscheinlich ist das nicht zufriedenstellend möglich, denn der interne Aufbau der meisten Onboard-Audio-Chips und Soundkarten verhindert eine direkte digitale Ausgabe von analog eingespeisten Signalen.
Die analogen Ein- und Ausgänge sind zunächst mit einem (analogen) Mixer verbunden, dahinter erst folgen Analog-Digital-(A/D-)Wandler für die Eingänge sowie Digital-Analog-(D/A-)Konverter für die Ausgänge. Während sich analoge Eingangssignale im Mixer direkt auch auf analoge Ausgänge „durchschleifen“ lassen, sind die digitalisierten Daten der Eingangskanäle meist ausschließlich für die Verarbeitung im PC vorgesehen.
Nur bereits digital vorliegende Signale, also entweder vom PC abgespielte Audiodateien, aus Audio-Video-(A/V-)Daten extrahierte AC3-Ströme, synthetisierte Klänge oder digital eingespeiste Signale vom SPDIF-Eingang gelangen an den SPDIF-Ausgang. Dabei gelten bei der Durchleitung von SPDIF-Datenströmen manchmal sogar noch Einschränkungen in Bezug auf Samplingrate (also 44,1 oder 48 kHz) und Abtast-Genauigkeit (16 Bit) - möglicherweise ist der Ausgang auf 48 kHz festgelegt und kann eingespeiste 44,1-kHz-Signale nicht durchleiten, oder die Ausgangsfrequenz entspricht der des Eingangs, womit wiederum das angeschlossene Gerät Schwierigkeiten haben kann.
Solche Funktionsbeschränkungen gelten übrigens auch für die meisten (preiswerteren) Surround-Receiver mit SPDIF-Ausgang: Auch diese geben nur digital eingespeiste Signale digital weiter oder dekodieren und wandeln sie in analoge Signale um (D/A-Wandler). Einen extern zugänglichen A/D-Wandler enthalten sie nicht, deshalb kann man damit beispielsweise auch keine Vinylscheiben vom angeschlossenen Schallplattenspieler digitalisieren, nicht einmal das Signal des eventuell eingebauten Radio-Empfängers geben sie digital aus.
Über einen Software-Umweg ist es prinzipiell möglich, analoge Eingangssignale digital aus dem PC auszugeben - dazu lässt sich beispielsweise ein Audio-Editor wie Audacity (siehe Soft-Link) verwenden: Dieser bietet eine Monitoring-Funktion für die Aufnahmequelle an, die auch SPDIF-Ausgänge ansteuert. In unseren Versuchen stellte sich dabei leider eine deutlich wahrnehmbare Verzögerung zwischen analogem Eingang und optischem digitalem Ausgang ein - für Karaoke unbrauchbar. Möglicherweise funktionieren andere Audio-Editoren besser. (ciw)
(ciw)