Einwahl verbraucht Freivolumen
Ich habe einen Arcor-ADSL-Anschluss mit dem 1-GByte-Volumentarif. Einerseits trennt Arcor nach 15 Minuten ohne Netzwerkverkehr die Verbindung, andererseits wird bei jeder Einwahl mindestens 1 MByte abgerechnet. Ist es da nicht besser, im Router die Option „Stay online“ zu aktivieren, um permanent verbunden zu bleiben?
- Johannes Endres
Ich habe einen Arcor-ADSL-Anschluss mit dem 1-GByte-Volumentarif. Einerseits trennt Arcor nach 15 Minuten ohne Netzwerkverkehr die Verbindung, andererseits wird bei jeder Einwahl mindestens 1 MByte abgerechnet. Ist es da nicht besser, im Router die Option „Stay online“ zu aktivieren, um permanent verbunden zu bleiben?
Bloß nicht! Dieser Schalter bewirkt, dass der Router die Verbindung sofort wiederherstellt, wenn sie zusammenbricht oder getrennt wird. Er würde sich also sofort wieder einwählen, sobald Arcor die Verbindung nach 15 Minuten Inaktivität unterbricht. Das bedeutet jedesmal 1 MByte kostenpflichtigen Verkehr.
Ein 30-Tage-Monat hat 2880 Viertelstunden. Selbst wenn Sie die Verbindung gar nicht benutzen, liegen Sie damit um 1880 MByte oberhalb des Frei-Volumens, was bei Arcor mit 22,56 Euro zu Buche schlägt. Da wäre die Flatrate um 12,51 Euro billiger.
Um die Verbindung aufrechtzuerhalten, müssen Sie vielmehr regelmäßig ein wenig Datenverkehr erzeugen, der den Inaktivitätszähler bei Arcor zurücksetzt. Bei manchen Routern eignet sich dazu das Stellen der internen Uhr über das Protokoll NTP: Wenn sich das Abfrageintervall konfigurieren lässt, stellen Sie es auf einen Wert etwas unter 15 Minuten. Jede Zeitabfrage verbraucht nur wenige Bytes von Ihrem Freivolumen, wird aber bei Arcor als Aktivität vermerkt und verhindert so die Verbindungstrennung.
Da gute Router den von ihnen selbst erzeugten Datenverkehr beim eingebauten Idle-Timeout (nicht zu verwechseln mit „Stay Online“) nicht berücksichtigen, kann es bei dieser Methode passieren, dass der Router die Verbindung trennen möchte, weil kein Anwender sie braucht. Das verhindern Sie, indem Sie den Idle-Timeout je nach Fähigkeit des Routers deaktivieren oder auf den größtmöglichen Wert stellen.
Wenn sich an Ihrem Router das NTP-Abfrageintervall nicht einstellen lässt, übernimmt einfach ein Programm auf Ihrem Rechner die Aufgabe, zum Beispiel eine NTP-Software oder einen DynDNS-Client. Auch ein E-Mail-Programm, das alle 14 Minuten nach neuer Post sucht, erfüllt den Zweck. ()