Reicht die integrierte Grafik?
Ich möchte mir einen PC zusammenstellen oder ein Notebook kaufen, mit dem ich nicht spielen, aber viel Bildbearbeitung und Videoschnitt machen möchte. Reicht dafür die integrierte Grafik aus oder benötige ich einen separaten Grafikchip?
Ich möchte mir einen PC zusammenstellen oder ein Notebook kaufen, mit dem ich nicht spielen, aber viel Bildbearbeitung und Videoschnitt machen möchte. Reicht dafür die integrierte Grafik aus oder benötige ich einen separaten Grafikchip?
Die 2D-Geschwindigkeit aller erhältlichen Grafikkerne reicht für diese Anwendungsbereiche aus. Auch DVD-Videos spielen sie ruckelfrei ab. Doch ganz einfach fällt die Entscheidung dennoch nicht.
Ein integrierter Grafikkern benötigt ständig Zugriff auf den Hauptspeicher und erzeugt eine dauerhafte Last von 0,2 bis 1 GByte/s, abhängig von Bildschirmauflösung, Farbtiefe und Bildwiederholfrequenz. Besonders ältere Chipsätze ohne Unterstützung für Double-Data-Rate-Speicher arbeiten daher messbar langsamer (Intel 845GM, SiS 740, VIA KM400). Erst Speicherinterfaces mit zwei Kanälen (Nvidia nForce2) oder Unterstützung für DDR-Speicher (Intel 852G, 855GM) - oder beidem (Intel 865G) - erreichen fast die gleiche Geschwindigkeit wie Systeme mit separatem Grafikchip. Aktuelle Chipsätze wie Intels 915G/GM oder ATIs Radeon Xpress 200/200M eignen sich sogar zur Wiedergabe von HDTV-Videos und für ältere 3D-Spiele.
Bei Notebooks spricht daher wenig gegen die integrierte Grafik, sofern ein moderner Chipsatz zum Einsatz kommt. Vor allem der Mobile 915GM erwies sich als schneller und stromsparender Chipsatz (siehe Generationswechsel, c't 9/05, S. 96). In diesem Test zeigte sich auch, dass die per PCI-Express angebundenen Grafikchips im Unterschied zu ihren AGP-Vorgängern zwar schneller arbeiten, aber wegen ihres größeren Stromdursts die Akkulaufzeit mindern.
Bei Desktop-PCs kommt allerdings zusätzlich dem Display-Ausgang große Bedeutung zu. Die meisten Mainboards mit integrierter Grafik liefern ein sehr schlechtes VGA-Signal, das sich kaum für Auflösungen mit mehr als 1024 x 768 Punkten eignet - Boards mit DVI-Buchse gibt es nur für einige Mini-Barebones. Für viele Chipsätze bieten die Hersteller zwar spezielle Karten für den AGP- oder PEG-Steckplatz an, die DVI, TV-Ausgang oder Ähnliches nachrüsten, doch sind sie nur selten lieferbar und kosten dann so viel wie einfache Grafikkarten. Daher lohnt eher der Griff zur separaten Grafikkarte: Passiv gekühlte mit brauchbarem VGA-Signal, TV- und DVI-Ausgang gibts ab etwa 30 Euro. (jow)