Onboard-Chips
PC-Mainboards kommen mit immer mehr Zusatzfunktionen. Welche Vor- und Nachteile haben die Onboard-Chips im Vergleich zu separaten Erweiterungssteckkarten?
PC-Mainboards kommen mit immer mehr Zusatzfunktionen. Welche Vor- und Nachteile haben die Onboard-Chips im Vergleich zu separaten Erweiterungssteckkarten?
Es lässt sich nicht allgemein sagen, ob Onboard-Lösungen besser oder schlechter sind als separate Steckkarten. In den meisten Fällen sind die Onboard-Chips billiger zu haben, doch nicht immer bieten sie denselben Funktions- oder Service-Umfang wie eine vergleichbare Steckkarte. Manchmal lassen sich integrierte Funktionen aber auch nicht gleichwertig nachrüsten.
Man muss im Einzelfall den Funktionsumfang, die gebotene Qualität und die Preise ins Verhältnis setzen. Onboard-Soundchips beispielsweise haben zwar ungefähr dieselben technischen Daten wie diejenigen Bausteine, die auf PCI-Soundkarten der unteren und mittleren Preisklassen sitzen. Doch eine minderwertige analoge Beschaltung der Onboard-Chips und einstreuende Störungen disqualifizieren viele Mainboards für anspruchsvolle Audio-Liebhaber. Außerdem unterstützen nur wenige Onboard-Audio-Systeme Zusatzfunktionen wie EAX 2.0.
Ähnlich liegt der Fall bei Onboard-Grafikfunktionen, die meistens ein in den Chipsatz integrierter Grafikprozessor bereitstellt. Auch hier ist nicht der Chip selbst das Problem, wenn man mit dessen typischerweise begrenzten 3D-Fähigkeiten zufrieden ist. Vielmehr führt die schlechte Beschaltung der Signalpfade bei den meisten grafikfähigen Mainboards dazu, dass analog angeschlossene Monitore schon bei Auflösungen oberhalb von 1024 x 768 Bildpunkten ein flaues Bild liefern. Digitale DVI-Ports lassen sich bei manchen grafikfähigen Chipsätzen zwar nachrüsten, doch die Zusatzkarten sind oftmals schwer zu bekommen und so teuer, dass der Einsatz einer gewöhnlichen Billig-Grafikkarte attraktiver erscheint.
Bei Onboard-IDE-/Serial-ATA-Hostadaptern mit und ohne RAID-Funktion muss man beachten, dass diese möglicherweise nur mit speziellen Treibern nutzbar sind oder nicht den Funktionsumfang von Steckkarten mit ähnlichen oder gleichen Chips bieten. Außerdem lässt sich ein solches RAID kaum jemals auf ein neues Mainboard migrieren. Andererseits sind preiswerte PCI-Express-SATA-RAID-Hostadapter noch sehr selten, während man bereits eine Reihe von Mainboards mit dem PCIe-SATA-II-Controller Silicon Image SiI 3132 kaufen kann. Bei SCSI-Chips auf Server-Boards liegt der Fall anders: Bei ultraflachen Servern (1-HE-Rack-Gehäuse) sind sie schlicht aus Gründen der Platzersparnis nötig. Sie laufen auch meistens mit Standardtreibern und lassen sich mit Zero-Channel-RAID-Karten erweitern.
Recht problemlos arbeiten nach unserer Erfahrung Onboard-Adapter für FireWire und LAN - bei manchen Chipsätzen ist es sogar vorteilhaft, den Onboard-LAN-Adapter zu nutzen, weil dadurch der PCI-Bus für andere Karten frei bleibt. Allerdings gibt es wiederum auch Mainboards, die ihr Onboard-LAN einfach als PCI-LAN-Adapter auf der Platine implementieren. (ciw)